HIV-infizierte Kinder

Allein mit dem Virus?
Angstdrachen

Foto: Justus, 14 Jahre

Die Ängste bekommen ein Gesicht: Das Bild eines 14-Jährigen in der Kunsttherapie

HIV-infizierte Kinder bekommen Hilfe

Der flache Bau liegt etwas versteckt auf dem Gelände der Frankfurter Uniklinik. Drinnen hängen Löwen- und Herzbilder an der Wand, gemalt von Kindern; viele von diesen sind ­HIV-positiv. In die Immundefekt-Ambulanz kommen derzeit 60 Kinder mit dem Virus ­regelmäßig zur Kontrolle und Behandlung.

Zu den Patienten gehören zudem 80 Babys, deren Mütter HIV-positiv sind, sie selbst ­können aber gesund sein. HIV ist kein Todesurteil mehr. Der Virus bleibt ein Leben lang, aber er kann mit regelmäßiger Medikamentengabe unterdrückt werden (siehe Interview). Dennoch: „Es ist immer noch ein Stigma“, sagt Annette Pach, Sozialarbeiterin in der Ambulanz. Andere Eltern nehmen ihre Kinder aus der Kita, manche Freunde dürfen nicht zu Besuch kommen. Also verschweigt man es.

Aber bei jeder Klassenfahrt fährt dann die Angst mit: Was mache ich, wenn jemand meine ­Medi­kamente sieht und googelt, was das eigentlich ist? Annette Pach hilft aus der Isolation. Sie bringt Familien zusammen, vermittelt Jugendfreizeiten, hilft dabei, Unterstützung zu beantragen. Ihre Stelle wird zu 25 Prozent durch die diakonische „Stiftung Hilfe für chronisch kranke Kinder“ finanziert. Diese bezahlt auch eine Kunsttherapeutin und hilft im Einzelfall, etwa wenn Familien sich die Fahrtkos­ten in die Ambulanz nicht leisten können. 

Fragen an Dr. Richard Linde, Kinderarzt und Mitglied im Stiftungsbeirat

Wie äußert sich HIV bei Kindern?

Wenn es gut behandelt ist,  gar nicht. Das Kind kann rennen, schwimmen, zur Schule gehen: normal und auch lang leben. Es muss aber Medikamente nehmen, zum Teil mehrmals täglich: bittere Säfte. Bei Kleineren ist das oft ein Kampf.

Gibt es Nebenwirkungen?

Neben Übelkeit kann es zu Blutarmut oder Nierenschäden kommen. Auch deshalb müssen die Kinder regelmäßig zur Kontrolle.

Was ist mit Ansteckungsgefahr, etwa in Schule und Kindergarten?

Die ist nahezu ausgeschlossen: Die Medikamente verhindern, dass der Virus sich vermehrt. Nach einiger Zeit ist HIV nicht mehr ­im Blut nachweisbar, kurz darauf auch nicht in anderen Körperflüssigkeiten. Mit einer solchen „Viruslast unter der Nachweisgrenze“ können Sie andere nicht anstecken. Selbst Schwangere ihre ungeborenen Kinder nicht.

Spendenkontakt: 
Stiftung Hilfe für chronisch kranke Kinder (Stihckk)
c/o Ev. Krankenhausseelsorge an der Uniklinik,
Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt am Main,
Telefon: 069/6301-5752,
Homepage: www.stihckk.de.
 
Bankverbindung:
Landesbank Hessen-­Thüringen,
IBAN: DE44 5005 0000 5044 3600 47,
Stichwort: chrismon.
Für eine ­Spendenquittung bitte die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben.

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