Flüchtlinge auf Lesbos

Insel in Not
Syrische Flüchtlinge auf Lesbos

Foto: PR

Syrische Flüchtlinge auf Lesbos

Sie wissen, dass sie sich strafbar machen. Manche Einheimische und Touristen halten trotzdem an, wenn sie die erschöpften Fußgänger am Straßenrand sehen und nehmen sie im Auto mit.

Dem derzeitigen Flüchtlingsdrama auf der griechischen Insel Lesbos kann sich kaum jemand entziehen. Etwa dreihundert Menschen aus Krisenländern wie Syrien, dem Irak und Afghanistan setzen täglich in überfüllten Schlauch- oder Holzbooten von der nahen türkischen Küste aus über. Sie gehen in Lesbos meist im Nordosten an Land und müssen dann in das 70 Kilometer entfernte Aufnahmelager Moria laufen, um sich registrieren zu lassen. Bis dahin gelten die Neuankömmlinge  als illegal, das heißt auch: ­Wer sie im Auto mitnimmt, kann als Menschenschmuggler verhaftet werden. So laufen Familien mit kleinen Kindern manchmal drei Tage durch Hitze und Staub.

In Moria kann es wiederum Wochen bis zur Registrierung dauern. Die Behörden sind ­völlig überfordert, das Lager ist längst überfüllt.  Tausende übernachten im Freien, ohne Nahrungsmittel, ohne Toiletten und medizinische Versorgung. Der UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, ist vor Ort und bittet um Spenden: für Zelte, Schlafsäcke und Trinkwasser, aber auch, um Transportbusse einzurichten und die Re­gistrierung zu beschleunigen.

Fragen an Aikaterini Kitidi, UNHCR-­Mitarbeiterin in Griechenland

chrismon: Die Griechen leiden selbst ­unter der Wirtschaftskrise. Wie reagieren sie auf die Flüchtlinge?

Aikaterini  Kitidi: Auf den In seln der Ägäis ist die Hilfsbereitschaft traditionell sehr groß. Schon seit Jahren stranden hier Menschen ­in Not. Viele Insulaner engagieren sich pri­vat oder in kleinen Projekten und sind schockiert darüber, wie sich die Lage zuspitzt.


Was für Initiativen sind das?

Die Besitzer des Hotels „Votsala“ organi­sieren Griechisch- und Töpferkurse für junge Flüchtlinge, die über Monate oder Jahre in einem Camp festsitzen. Und Freiwillige vom Verein „Agalia“, mit dem wir zusammen­arbeiten, versorgen Bedürftige mit Kleidung und Essen. Sie haben jetzt zwischen Nordostküste und Moria eine provisorische Unter­kunft eingerichtet, wo sich die Leute auf dem Fußmarsch ausruhen können.

Spendenkontakt: 

UNO-Flüchtlingshilfe e. V.

Wilhelmstr. 42, D-53111 Bonn,
Telefon: 0228/62 98 60,
Mail: info@uno-fluechtlingshilfe.de,
www.uno-fluechtlingshilfe.de
(Mittelmeer Nothilfe)

Bankverbindung: Sparkasse Köln-Bonn,
IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50,
BIC: COLSDE33,
Stichwort: chrismon/Nothilfe Mittelmeer. Für die Spendenquittung bitte die eigene Anschrift mit angeben.

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