Fair gehandelte Tannenbäume

Nicolas Felder/laif

Georgien ist das Land der Weihnachts­bäume. Im Südkaukasus stehen riesige Wälder voller Nordmanntannen. Romantisch – und ein Geschäft. Die Samen verkaufen sich gut an Baumschulen in Deutschland und Dänemark, wo die Nordmanntanne mit einem Anteil von über 80 Prozent den beliebtesten Christbaum stellt. Aber es ist kein sauberes Geschäft. Denn die schlecht bezahlten Pflücker der Tannenzapfen ris­kieren dabei ihr Leben. Sie klettern bis zu 30 Meter hoch in die Bäume, immer wieder kommt es zu tödlichen Stürzen.

Die däni­sche Baumzüchterin und Samenhändlerin Marianne Bols macht diese Art von Geschäften nicht mit. Sie schließt für „ihre“ Pflücker im Dorf Tlugi nahe der ­russischen Grenze Versicherungen ab, stattet sie mit Sicherheitsausrüstungen aus und zahlt nach eigenen Angaben das Sechsfache des üblichen Lohnes. Ihre Bäume tragen das Etikett „Fair Trees“ und sind seit 2012 auch in Deutschland erhältlich.
Von jedem „Fair Trees“-Baum gehen 67,5 Cent in einen Fonds, aus dem Projekte finanziert werden, die Tlugi und ­seine Einwohner stärken. So wurde kürzlich die Grundschule renoviert, und drei junge Frauen erhielten Universitätsstipendien.

Fragen an den dänischen Anthropologen Martin Demant Frederiksen, der „Fair Trees“ wissenschaftlich evaluiert hat

Wovon leben die Menschen in Tlugi?
Der Ort liegt in einer der ärmsten Regionen Georgiens. Es gibt kaum Arbeit. Viele Familien leben von dem, was sie anbauen, und vom Geld, das Angehörige aus der Hauptstadt Tiflis oder aus dem Ausland schicken.

Und vom Ernten der Tannenzapfen?
Diese Ernte dauert nur wenige Wochen im Herbst. Das ist eine schlecht bezahlte Saisonarbeit, der Verdienst ist aber oft lebensnotwendig. Eine schlechte Ernte bedroht ihre Existenz. Deshalb steigen die Pflücker auch für wenig Geld und ungesichert auf die Bäume.

Was hat sich geändert mit „Fair Trees“?
Das ausbeuterische System wurde durchbrochen. Es passieren weniger tödliche Unfälle. In der Region wächst das Bewusstsein für den Wert der Zapfen und für die Rechte der Pflücker. Sie beginnen, auch von anderen Firmen einzufordern, was ihnen zusteht.

Spendenkontakt: 

Fair Trees Fund
Løvetvej 30
DK-8740 Brædstrup

Kontakt in Deutschland:
Informationszentrum Fair Trees Deutschland
Hans-Peter Meier
Liebherrstraße 5
80538 München
089-892676-0
E-Mail: redaktion@fairtrees.de
www.fairtrees.de

Spenden
über PayPal auf http://fairtreesfund.com
oder per Überweisung auf das dänische Konto:
Bols Xmastree Fund
Bank: Nordea
IBAN: DK0920004377766690
BiC: NDEADKKK

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