Diakonie Katastrophenhilfe hilft im Kampf gegen Ebola und Corona

Zwischen den Viren
Das Projekt - Zwischen den Viren in der Demokratischen Republik Kongo

Siegfried Modola / Diakonie Katastrophenhilfe

Sollte überall sein: frisches Wasser aus dem Hahn

Das Projekt - Zwischen den Viren in der Demokratischen Republik Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo kämpfen die Menschen gegen Ebola und Corona.

Der 3. März war ein hoffnungsvoller Tag. Während Deutschland bang auf die steigenden Corona-Fallzahlen schaute, verließ in der Demokratischen Republik (DR) Kongo die vorerst letzte Ebola-Patientin die Klinik – geheilt. Nach 18 Monaten Kampf und über 3400 Erkrankten, von denen mehr als zwei Drittel starben, schien dieses Virus endlich besiegt. Es blieben nur noch ein paar Wochen abzuwarten. Laut WHO kann eine Epidemie für beendet erklärt werden, wenn zwei Inkubationszeiten à 21 Tage ohne Neuinfektionen verlaufen. Wenige Tage bevor diese Frist vorbei war, erkrankte ein Mann im Osten des Landes an Ebola. Hoffnung zerplatzt.

Corona ansteckender als Ebola

Zurzeit gebe es wieder einige Fälle, sagt Guido Krauss, der in der DR Kongo für die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet. Er leitet das Büro in Goma, einer Großstadt an der Grenze zum östlichen Nachbarland Ruanda. Der Osten des Landes ist am stärksten von Ebola betroffen – und von einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Die ­Diakonie hat hier Projekte gegen den Hunger, gegen Ebola, nun kommt noch das Coronavirus dazu. Der erste Fall von ­Covid-19 trat in der ersten Märzwoche auf, in der Hauptstadt ­Kin­shasa. ­Ende April waren es fast 500 Infizierte, die getes­tet ­wurden. Anfangs schrieben manche Medien noch: Das eine Virus geht, das andere kommt. Nun sind doch beide gleichzeitig da.

Ähneln sich die Schutzmaßnahmen nicht ohnehin? Teilweise ja, sagt Guido Krauss, und zumindest die Menschen in den Ebola-­Gebieten seien damit vertraut: Sie stellten wieder Plastikwaschbecken auf, holten die Fieberthermometer heraus, richteten Eingangskontrollen ein. Aber es gibt Unterschiede: Corona ist weniger lebensbedrohlich als Ebola, man steckt sich aber viel leichter an. Einen Lockdown etwa, wie er bald für Kinshasa ausgerufen wurde, gab es vorher nicht.

Bevölkerung ist jung

Afrikanische Politiker und Journalisten diskutieren Kontakt- und Ausgangssperren ohnehin kontrovers. ­Manche kritisieren dies als schlichtes "Copy-and-paste" des europäischen und asiatischen Weges, der nicht für Afrika passe. Denn: Die Bevölkerung hier ist jünger – in der DR Kongo sind nur fünf Prozent älter als 60 Jahre. Die Wohnverhältnisse sind beengt und oft auch ohne Waschgelegenheiten. Viele Menschen müssen täglich raus, um ihre Felder zu bestellen oder um Geld für den nächsten Tag zu verdienen. Ein anderes Problem ist die Akzeptanz: Wo Kinder an Masern und Cholera sterben, ist das Corona­virus nicht die größte Gefahr.

Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet mit lokalen Hilfsorganisationen zu­sammen, setzt auf Aufklärung, etwa durch Radiospots, und stattet medizinisches Personal mit Schutzkleidung aus. Auch das ist eine Lehre von Ebola: Die wenigen Kranken­stationen, die es gibt, dürften nicht zur Ansteckungsfalle für ­Gesunde werden.

Spendeninfo

Die Demokratische Republik Kongo ist mehr als sechsmal so groß wie Deutschland und hat knapp 87 Millionen Einwohner.
Die Diakonie Katastrophenhilfe ist vor allem im Osten des Lande tätig:

www.diakonie-katastrophenhilfe.de/projekte/kongo-ebola

Spendenkonto:
Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank
IBAN: DE68520604100000502502
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: DR Kongo/chrismon

 

 

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