Besser führen

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Bert Bohla redet sich in Rage, wenn es um die Ausbildung von Blindenführhunden geht. „Jeder Hinz und Kunz kann einen Gewerbeschein beantragen, Hunde nach irgendeiner obskuren Methode erziehen und als Führhunde verkaufen“, sagt der Vorsitzende des Vereins Lichtblicke. Um die 20 000 Euro ­kos­tet ein ausgebildetes Tier, es gilt als ­Hilfs­mittel, die Krankenkassen übernehmen die Kos­ten.

Immer wieder meldeten sich ­verzweifelte Halter, sagt Bohla. „Ein Hund stürmte los, sobald er einen Artgenossen sah, quer über die Straße, die Rolltreppe hoch. Für die blinde Frau im Schlepptau ­war das lebensgefährlich.“ Unter einer schlechten Schule litten auch die Hunde, erklärt der Fachmann. Einige Trainer stießen ihnen an je­dem Bordstein das Führgeschirr in die Rippen und rissen sie gleichzeitig an der Leine zurück.

Der Verein hilft im Einzelfall, gibt zum Beispiel Gutachten in Auftrag, damit Hunde aus dem Dienst genommen werden. Und er setzt auf Aufklärung, auch bei anderen Themen: Nachdem Supermärkte Sehbehinderte mit Führhunden nicht reinließen, startete Lichtblicke eine Internetkampagne. Netto, Penny und Lidl begrüßen diese Kunden jetzt laut Selbstauskunft ausdrücklich.

Fragen an Lea Heuser, Schriftführerin bei Lichtblicke e. V.
 

Haben Sie selbst einen Führhund?
Ich habe seit kurzem einen Hündin, Bine, die ich dazu erst ausbilde. Einmal wöchentlich treffe ich mich mit einer Trainerin, etwa ein Jahr lang. Das ist aber nicht der Regelfall. Die meisten bekommen über die Krankenkasse einen fertig ausgebildeten Führhund.

Was muss der können?
Er muss die Augen ersetzen: zum Beispiel am Bürgersteig warten, bis die Straße frei ist. An Laternenmasten oder parkenden ­Autos vorbeileiten. Hörsignale („Such Ampel“, „Such Bank“) verstehen und die Ziele finden.

Was denken Sie, wie wird sich Ihr Leben mit Ihrer Führhündin ändern?
Zurzeit laufe ich mit einem Langstock. Dabei muss ich mich ständig konzentrieren. Das kostet viel Kraft, die mir woanders fehlt. Ich freue mich sehr darauf, entspannt gehen zu können und in meinem eigenem Tempo. Denn ich bin eigentlich ein schneller Typ.

Spendenkontakt: 

Lichtblicke e. V. – Verein zur Förderung des Blindenführhundwesens
Pulver­häu­ser­­­weg 17
64295 Darmstadt
Tel. 06897/93­928 30
www.verein-lichtblicke.de
E-Mail: vorstand@verein-lichtblicke.de

Bankverbindung
Hannoversche Volksbank e. G.
BLZ: 25 190 001
Konto: 257 779 800
BIC: VOHADE2H
­IBAN: DE76251900010257779800
Stichwort: chrismon
Für eine Spendenquittung bitte im Betrefffeld die eigene Anschrift angeben

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