Warum "Entwicklungshilfe" ein veralteter Begriff ist

Warum "Entwicklungshilfe" ein schwieriger Begriff ist.

Lena Gerlach, PR

Sprachstunde - Folge 22: Entwicklungshilfe

Warum "Entwicklungshilfe" ein veralteter Begriff ist
Sprachstunde - Folge 22
Warum "Entwicklungshilfe" ein schwieriger Begriff ist, erklärt Dagmar Pruin von Brot für die Welt in der neuen Folge der Sprachstunde.

"Entwicklungshilfe ist doch ein schönes Wort", findet chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott. Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, entgegnet: "Wenn ich das Wort höre, habe ich das Bild im Kopf von einem Reichen, der einem Armen etwas gibt. Und ich glaube, wir müssen uns fragen, ob dieses Bild stimmt: Warum ist der eine reich und der andere arm?"

Dagmar Pruin

Dagmar Pruin ist seit 1. März 2021 Präsidentin von Brot für die Welt. Von 2013 bis 2020 leitete sie die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) als Geschäftsführerin. Ab 2007 war die evangelische Theologin auch Direktorin des deutsch-amerikanisch-jüdischen Begegnungsprogramms Germany Close Up (GCU).
Hermann Bredehorst/Diakonie Katastrophenhilfe

Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und der digitalen Kommunikation im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen. 2020  wurde sie unter die 10 besten Chefredakteur*innen des Jahres gewählt. 2019 schrieb sie den Bestseller "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume. Vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren".
Foto: Lena UphoffUrsula Ott, chrismon Chefredakteurin

Pruin kritisiert, dass viele Länder, die heute Entwicklungsgelder empfangen, arm gemacht worden sind. "Es sind Länder, die reiche Bodenschätze haben, aber es sind auch Länder, die durch die Politik, Steueroasen und ungerechte Abkommen sehr viel von ihrem eigenen Reichtum verlieren", sagt Pruin. "Wenn wir uns anschauen, wie viel Geld in die Entwicklungszusammenarbeit geht, dann ist es mit Sicherheit ein Mehrfaches, was aus den Ländern im globalen Süden wieder abfließt. Das ist mein Unbehagen mit dem Begriff 'Hilfe', weil er nur eine ganz bestimmte Situation abbildet."

Was könnte man also stattdessen sagen? Müssen sich auch die reichen Länder entwickeln? Wie leiden Entwicklungsländer unter der Klimakrise? Was können die Länder im globalen Norden für den Umgang mit Katastrophen von ihnen lernen? Und kann es eine Ethik des "Genug haben" geben? Über diese und viele weitere Fragen sprechen Dagmar Pruin und Ursula Ott in der letzten Folge der Sprachstunde vor Weihnachten. Weiter geht's im neuen Jahr!

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