Ursula Ott im Gespräch mit Martin Leiner

Sprachstunde - Folge 13: Reichstag

Lena Gerlach, PR

Sprachstunde - Folge 13: Reichstag

Sprachstunde - Folge 13: Reichstag

Ursula Ott im Gespräch mit Martin Leiner
Sprachstunde - Folge 13: Reichstag
Das deutsche Parlament tagt im Reichstag. Martin Leiner, Direktor des Jena Zentrums für Versöhnungsforschung, fordert in der neuen Folge der Sprachstunde: Benennt das Gebäude um!

Das Parlament der Bundesrepublik Deutschland ist der Bundestag. Dennoch wird das Gebäude, in dem die Abgeordneten tagen, Reichstag genannt. So hieß es schon mit Baubeginn 1884, der Begriff "Reich" ist in Deutschland spätestens seit dem von den Nationalsozialisten ausgerufenen "Dritten Reich" vorbelastet.

"Ich finde das Wort Reichstag ausgesprochen problematisch. Man sollte das Wort ersetzen", fordert Martin Leiner, Professor für Systemische Theologie und Ethik sowie Direktor des Jena Zentrums für Versöhnungsforschung, in Folge 13 der Sprachstunde. "Man muss versuchen, bestimmte, sehr problematische Worte, nicht zu verwenden. Als Bundesbürger haben wir sogar das Recht, von unserem Staat zu verlangen, dass er uns nicht mit einem Reichstagsgebäude begegnet."

Martin Leiner

Martin Leiner ist Professor für Theologie an der Universität ­Jena und leitet das Center for Reconciliation Studies.

Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und Chefredakteurin von evangelisch.de. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen.
Foto: Lena UphoffUrsula Ott, chrismon Chefredakteurin

Im Podcast diskutiert er mit chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott, dass man negative Begriffe zwar auch wieder positiv besetzen kann, warum er das Wort Reichstag in dieser Hinsicht aber für ungeeignet hält. Außerdem sprechen sie über die Umbenennung von Straßen, die nach Kolonialverbrechern benannt sind und wie Städte mit diesem schwierigen Erbe umgehen könnten.

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