Steht uns ein "Katastrophenwinter" bevor?

Sprachstunde - Folge 35

Lena Gerlach, PR

Steht uns ein "Katastrophenwinter" bevor?
Sprachstunde - Folge 35
Gaskrise, Klimakrise, Corona-Krise: Schlimme Nachrichten führen dazu, dass sich viele Menschen ganz von Medien abwenden. Warum das so ist und was Journalisten dagegen tun können, erklärt Peter Lindner in der Sprachstunde.

Wir können bald unser Gas nicht mehr bezahlen, die nächste Corona-Welle rollt auf uns zu und der Krieg in der Ukraine geht weiter. Steht uns ein "Katastrophenwinter" bevor, wie so viele Medien in den letzten Wochen geschrieben haben?

"Das sind Ereignisse, die uns zu Recht Sorgen bereiten", sagt Peter Lindner, Journalist und Politikwissenschaftler, in der neuen Folge der Sprachstunde. "Trotzdem stellt sich die Frage, ob der Journalismus das so aufgreift, dass er die Menschen weiterbringt, dass die Menschen lernen, mit solchen Nachrichten umzugehen. Und da sehe ich Defizite."

So würden sich immer mehr Menschen von Nachrichten abwenden oder sie vermeiden. Peter Lindner sieht darin ein Problem für die Demokratie, weil sie auf gut informierte Bürger angewiesen ist, die in der Lage sind, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Die Schreckensszenarien in den Nachrichten führten dazu, dass wir uns gestresst und hilflos fühlen - "also alles andere als selbstwirksam", sagt Lindner.

Peter Lindner

Peter Lindner, Jahrgang 1975, ist Leiter des Programmbereichs Demokratie, Journalismus und Innovation beim Bonn Institut für Journalismus und konstruktiven Dialog. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre bei der "Süddeutschen Zeitung", zuletzt als stellvertretender Chefredakteur online.
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Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und der digitalen Kommunikation im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen. 2020 wurde sie unter die 10 besten Chefredakteur*innen des Jahres gewählt. 2019 schrieb sie den Bestseller "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume. Vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren".
Foto: Lena UphoffUrsula Ott, chrismon Chefredakteurin

Wie Medien konstruktiver berichten können, was der Unterschied zwischen konstruktivem und positivem Journalismus ist und wie man auch jüngere Menschen erreicht, besprechen Peter Lindner und Ursula Ott im Podcast.

Transparenzhinweis: Ursula Ott ist Mitglied im Kuratorium des Bonn Instituts für Journalismus und konstruktiven Dialog.

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