Sollte man "Ehrenmord" noch sagen?

Sprachstunde - Folge 15: Ehrenmord

Lena Gerlach, privat

Sprachstunde - Folge 15: Ehrenmord

Sollte man "Ehrenmord" noch sagen?
Sprachstunde - Folge 15
Ursula Ott im Gespräch mit Myria Böhmecke von der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes

Mitte Juli 2021 wurde in Berlin die 34-jährige Afghanin Maryam H. mutmaßlich von ihren Brüdern aus gekränktem Ehrgefühl getötet. Seitdem brandete in Deutschland die Debatte um den Begriff "Ehrenmord" wieder auf. Die einen lehnen ihn ab, weil ein Mord nichts mit Ehre zu tun habe und die Tat beschönige. Andere, wie die Berliner Imamin Seyran Ateş, fordern, ihn beizubehalten, um das Problem konkret benennen zu können.

"Dieser Begriff ist absolut umstritten", sagt Myria Böhmecke, Referentin bei der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. Trotzdem seien sie in ihrer Organisation zu dem Schluss gekommen, den Begriff weiter zu verwenden - wenn auch in Anführungszeichen. "Wir denken, dass es notwendig ist, diesen Begriff weiter zu verwenden, weil es sich um eine ganz spezielle Form von Gewalt - zumeist an Mädchen und Frauen, aber auch an Männern - handelt, die oft von eigenen Familienmitgliedern ausgeübt wird", sagt sie in der neuen Folge der Sprachstunde.

Myria Böhmecke

Myria Böhmecke arbeitet im Referat "Gewalt im Namen der Ehre" bei der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes.
UTE BINDER/TDF

Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und Chefredakteurin von evangelisch.de. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen.
Foto: Lena UphoffUrsula Ott, chrismon Chefredakteurin

Im Podcast diskutiert sie mit chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott, was die genauen Motive hinter solchen Taten sind, wie man Frauen davor schützen kann und warum sich "Femizid" als alternativer Begriff nicht eignet.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Lesermeinungen