chrismontag: Wie wir wohnen und leben wollen

 

chrismontag: Wie wir wohnen und leben wollen

Liebe Leserin, lieber Leser,

als junge Frau träumte ich vom Landleben in der Kommune, mit großer, bunter Familie. Tatsächlich wurde es die Kleinfamilie in der Mietwohnung. Mittlerweile haben wir es in eine Baugemeinschaft geschafft. Immer noch mitten in der Stadt. War und ist alles gut so.

Wie wir wohnen, in welcher Nachbarschaft und mit welchen Zielen, das beschäftigt viele von uns. Ich habe mich daher gar nicht über den Shitstorm zur "Eigenheimdebatte" gewundert. Die einen wollen das Eigenheim angeblich verbieten, die anderen wollen es retten. Wahlkampfgetöse. Anlass für die Diskussion war übrigens der Vorschlag eines Hamburger Bezirksamtsleiters, in Bebauungsplänen einer sehr dicht besiedelten Ecke der Stadt keine neuen Einfamilienhäuser mehr auszuweisen. Ich finde, der Mann hat recht.

Denn wenn wir über etwas reden müssen, sind es neue Bauformen, moderne Architektur für unterschiedliche Lebensmodelle, Ideen für preiswerten Wohnraum. Letzte Woche hat der Wohngipfel getagt. Was ich mir wünsche von der Politik: Erlaubt mehr Flexibilität, mehr Möglichkeiten für Experimente. Schaut nicht immer erst nach Kopenhagen und Wien, wenn die uns mal wieder um eine Nasenlänge voraus sind.

Manchmal sind die Lösungen ganz einfach. Das hat meine Kollegin Christine Holch schon mal für chrismon aufgeschrieben. Wir werden solche Themen in den nächsten Monaten neu anpacken, und zwar in der Serie "Wohnglück". Im gleichnamigen Blog (den Sie hier abonnieren können) berichte ich über Recherchen, Hintergründe und vieles mehr. Wo gibt es innovative Architektur, neue Wohnformen und Bündnisse für Menschen, die es auf dem freien Wohnungsmarkt nie in die eigenen vier Wände schaffen würden?

Für den Serien-Auftakt in unserem Märzheft habe ich Thao Bui, ihren Mann Trung Do und die drei Kinder in ihrem Stadthaus in Hamburg-Wilhelmsburg besucht. Gut haben die das gemacht, finde ich. Schön war der Satz von Trung, dessen Eltern aus Vietnam nach Deutschland kamen und die mittlerweile auch in einer Baugemeinschaft leben: "Mehr Integration geht nicht."

Wenn Sie selbst gute Ideen haben, sich Gedanken über Ihr Wohnglück machen und Fragen haben: Schreiben Sie mir. Vielleicht berichten wir dann demnächst über Sie!

Eine energetisierte Woche - trotz Corona - wünscht Ihnen
Dorothea Heintze

chrismon-Redaktion

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