Historisches Hölderlinhaus in Lauffen wird eröffnet

epd-bild/Gerhard Bäuerle

Schriftzug des Dichters

Schriftzug des Dichters

Von 2. Juli an ist das Hölderlinhaus im Geburtsort des Dichters im baden-württembergischen Lauffen am Neckar geöffnet.

Wegen der Corona-Epidemie findet die Eröffnung des frisch restaurierten Hölderlinhauses aus dem Jahr 1750 und der Dauerausstellung drei Monate später als geplant statt. Zum 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1834) am 20. März sollte das historische Haus, in dem der Poet zwei Jahre seiner frühesten Kindheit verbrachte, erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nun wird es am 2. Juli geöffnet.

"Besonders ist, dass die Räume noch den Originalzuschnitt aus der Zeit Hölderlins haben", sagte Eva Ehrenfeld, die Leiterin des Hölderlinhauses und Kuratorin der Dauerausstellung, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die neu gestaltete Ausstellung präsentiere zahlreiche Facetten des Dichters: Hölderlins Werken kann man sich im "Erlebnisraum Gedicht" und im "Versuchsraum Sprache" nähern. In einem der vier Ausstellungsräume ist noch der historische Dielenfußboden zu sehen; ein gedrechselter Baumstamm, der die Treppe hält, reicht über drei Stockwerke. Auch eine wahrscheinlich barocke Stuckdecke stammt noch aus der Zeit Hölderlins, ebenso wie eine große Scheune.

Restaurierung für 5,3 Millionen Euro

Johann Christian Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770 als Sohn des Klostergutverwalters Heinrich Friedrich Hölderlin geboren. Die ersten beiden Jahre seines Lebens verbrachte der spätere Poet im klösterlichen Amtshaus, das wenige Meter vom privaten Wohnhaus entfernt gelegen war und 1919 abgerissen wurde. Mit dem plötzlichen Tod von Hölderlins Vater 1772 musste die Mutter mit ihren drei Kindern aus dem Amtshaus ausziehen und lebte zwei Jahre im privaten Hölderlin-Wohnhaus, das nun die Ausstellung beherbergt, bis sie 1774 ihren zweiten Mann, Johann Christoph Gok, heiratete und mit ihm nach Nürtingen umzog.

Die Gesamtkosten für die Restaurierung des Hauses sowie Anbau betragen rund 5,3 Millionen Euro und werden vom Land Baden-Württemberg, der Stadt, dem Bund und privaten Förderern getragen. Da für Museen noch einige coronabedingte Einschränkungen gelten, ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erforderlich. Ebenso ist eine Begrenzung der Besucherzahl notwendig und deshalb eine Voranmeldung mit Angabe der Besuchszeit erbeten über www.hoelderlinhaus.de.

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