Corona-Epidemie macht Kulturbereich zu schaffen

epd-bild/Jens Schulze

Die Leipziger Buchmesse wurde in diesem Jahr abgesagt (Archivbild).

Die Leipziger Buchmesse wurde in diesem Jahr abgesagt (Archivbild).

Die Branche sei bereits jetzt in Teilen existenziell getroffen. Aufträge fallen weg, Freiberufler verlieren Kunden, neue Veranstaltungen können nicht geplant werden.

Der Deutsche Kulturrat warnt vor den Auswirkungen des Coronavirus auf den Kultur- und Medienbereich. Die Branche sei schon jetzt teilweise existenziell von den Maßnahmen zum Schutz vor der Epidemie betroffen, sagte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Spitzenverbands der deutschen Kulturverbände am Dienstag in Berlin. So fielen durch die Absagen von Messen und Veranstaltungen zahlreiche Aufträge weg, einige Betriebe würden Kurzarbeit erwägen. Freiberufler verlören zudem Kunden und könnten somit in finanzielle Not geraten.

Angekündigte Hilfen greifen nicht

Vielen Künstlern drohten beim Ausfall von Veranstaltungen Einkommenseinbußen, erklärte der Kulturrat. Gravierend sei zudem, dass keine neue Aufträge auf den abgesagten Messen und Veranstaltungen angebahnt werden könnten. Von der Bundesregierung angekündigte Hilfen wie Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld griffen bei diesen selbstständigen Gruppen nicht. Daher seien andere Unterstützungsmaßnahmen nötig.

Öffentlich geförderte Kultureinrichtungen befürchteten zudem, dass durch die Absage von Veranstaltungen und Projekten zweckgebundene Mittel zurückgefordert werden könnten. Vielfach seien aber schon Ausgaben entstanden. Auch ausbleibende Besucher könnten zu einer wirtschaftlichen Schieflage führen. Der Kulturrat forderte Kommunen, Länder und den Bund auf, die Vorschriften für die Förderungen in diesen Fällen flexibel auszulegen und schnell und unbürokratisch finanzielle Hilfe zu leisten.

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