Mottowagen zu Morden von Hanau bei Rosenmontagszügen

epd-bild/Hans-Jürgen Bauer

Der Rosenmontagsumzug im vergangenen Jahr in Düsseldorf.

Der Rosenmontagsumzug im vergangenen Jahr in Düsseldorf.

Am Rosenmontag soll an vielen Orten in Deutschland der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau gedacht werden. In Düsseldorf und Köln wurden eigene Motivwagen zu den Morden von Hanau gestaltet.

Mottowagen zu dem rassistisch motivierten Anschlag von Hanau fahren in den Rosenmontagszügen in Düsseldorf und Köln mit. Für den Düsseldorfer Rosenmontagszug hat Wagenbauer Jacques Tilly einen Mottowagen mit der Aufschrift "Aus Worten werden Taten!" gestaltet. Ein wütend blickender Kopf hat in seinem Mund eine Waffe, auf der das Wort "Rassismus" steht. Darunter stehen die Worte "NSU +++ W.Lübcke +++ Halle +++ Hanau".

In Düsseldorf ist zudem wieder ein "Toleranzwagen" von Muslimen, Juden und Christen dabei, auf dem auch der stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) und Landtagspräsident André Kuper (CDU) mitfahren wollen. Der Wagen soll mit einem Trauerflor versehen werden. "Karneval ist Brauchtum, aus dem auch Heimat erwächst", sagte Kuper am Montag: "Gerade mit Blick auf den Terror von Hanau stehen wir ein für Demokratie, Toleranz und Miteinander - egal welcher Herkunft und welchen Glaubens."

"Unser Herz schlägt für Hanau"

Beim Kölner Rosenmontagszug ist ein weinender Kölner Dom zu sehen. Er hält ein Herz mit der Aufschrift "Uns Hätz schleiht för Hanau" ("Unser Herz schlägt für Hanau") in der Hand.

Mit den traditionellen Umzügen am Rosenmontag erreicht der rheinische Straßenkarneval seinen Höhepunkt. In Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz sowie vielen weiteren Orten wird nicht nur ausgelassen gefeiert, sondern auch der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau mit elf Toten gedacht. Vielfach sind Schweigeminuten vorgesehen.

In Hanau hatte ein 43-jähriger Mann, dem der Generalbundesanwalt eine rassistische Gesinnung attestiert, am Mittwochabend neun Menschen mit Zuwanderungsgeschichte erschossen. Anschließend wurden er und seine Mutter tot aufgefunden.

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