Wirtschaftsforscher: Große Akzeptanz für Windenergie

epd-bild/Steffen Schellhorn

Windenergiepark

Windenergiepark

Der stockende Ausbau der Windkraft in Deutschland liegt nach Erkenntnissen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nicht an mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung.

Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz von Windenergieanlagen: Über 90 Prozent der Bürger befürworteten den Ausbau erneuerbarer Energien, erklärte die arbeitgebernahen Forscher am Freitag in Köln. Das zeige die jüngste repräsentative Umweltbewusstseinsstudie des Umweltbundesamtes und des Bundesumweltministeriums. Gestört oder belästigt durch Windräder fühle sich nur ein Achtel der Befragten.

Energiewende zu langsam

Aktiv gegen den Ausbau von Windenergieanlagen oder Überland-Stromleitungen engagierten sich laut einer IW-Auswertung der Studie gerade einmal fünf Prozent der Befragten. Für 80 Prozent gehe die Energiewende eher zu langsam voran.

Hauptursache für den massiven Rückgang bei der Errichtung neuer Windräder sind nach Erkenntnissen der Wirtschaftsforscher vielmehr fehlende Genehmigungen. Das liege vor allem an der steigenden Anzahl gerichtlicher Klagen gegen geplante, aber auch schon bestehende Anlagen. Kläger seien dabei weniger Bürgerinitiativen, sondern in rund 70 Prozent der Fälle Umweltverbände, die Vögel, Fledermäuse oder Insekten durch Windräder bedroht sehen.

Frühzeitige Bürgereinbindung

"Pauschale Abstandsregelungen, wie vom Bundeswirtschaftsministerium gefordert, lösen die eigentlichen Probleme nicht", erklärte IW-Umweltexperte Roland Kube. Dagegen könnten eine frühzeitige Bürgereinbindung beim Neubau und eine finanzielle Beteiligung der Gemeinden an den Einnahmen die Akzeptanz vor Ort verbessern.

Die Wissenschaftler empfehlen schlanke und standardisierte Beteiligungs- und Entscheidungsverfahren. "Letztlich brauchen wir auch eine stärkere Rechtssicherheit für genehmigte Anlagen, um weitere Unsicherheiten und unnötige Verzögerung bei der Realisierung neuer Projekte zu verhindern", betonte Kube. Mit einem Umsatz von 15 Milliarden Euro und rund 100.000 Beschäftigten seien die Produzenten von Windenergieanlagen in Deutschland ein Wirtschaftsfaktor und bedeutender Arbeitgeber.

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