Klimaschutz: Von der Leyen will eine Billion Euro investieren

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Demonstration von "Fridays for Future" am Freitag in Berlin. Anlass der Proteste war die Weltklimakonferenz in Madrid. (Archivbild)

Demonstration von "Fridays for Future" am Freitag in Berlin. Anlass der Proteste war die Weltklimakonferenz in Madrid. (Archivbild)

Beim ersten Tag des Gipfels in Madrid bekennen sich viele Redner zum Klimaschutz. UN-Generalsekretär Guterres ruft die Menschheit zu einer Abkehr von fossilen Brennstoffen auf. Wenn das nicht gelinge, drohe eine Katastrophe.

Die neue Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat einen Fonds von einer Billion Euro für den Klimaschutz und zur Förderung erneuerbarer Energien angekündigt. Das Geld solle im kommenden Jahrzehnt investiert werden, sagte von der Leyen am Montag zu Beginn der Weltklimakonferenz in Madrid. Es soll in Wissenschaft und Forschung, Innovation und grüne Technologie fließen.

"Europäischer Grüner Deal"

Der Fonds gehört zu dem geplanten "Europäischen Grünen Deal". Dieser Deal wird laut von der Leyen zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen und gleichzeitig neue Jobs schaffen. Europa solle bis Mitte des Jahrhunderts der erste klimaneutrale Kontinent werden, sagte von der Leyen.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch begrüßte die Aussagen der Kommissionspräsidentin. Erstmals würden soziale und ökologische Fragen strategisch zusammen gedacht und der grundlegende Wandel als eine gesamtökologische Frage angegangen, hieß es von Germanwatch. Allerdings kritisierte die Organisation, dass von der Leyen keine klaren Aussagen zur Zielerhöhung der EU für den Klimaschutz bis 2030 gemacht habe.

US-Demokratin Pelosi: "Wir sind immer noch da"

Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, versicherte auf der Madrider Konferenz, dass sich US-Amerikaner weiter für den Klimaschutz starkmachen werden. "Wir sind immer noch da", erklärte die Demokratin Pelosi, die als mächtigste Gegenspielerin des republikanischen US-Präsidenten Donald Trump gilt. Trump hatte den Ausstieg der USA aus dem zentralen Pariser Klimaschutzabkommen eingeleitet. Doch setzen viele Bundesstaaten wie Kalifornien sowie Städte und Unternehmen in den USA auf erneuerbare Energien.

Zum Auftakt der Weltklimakonferenz rief UN-Generalsekretär António Guterres die Menschheit zu einem entschlossenen Kampf gegen die Erderwärmung auf. Die Welt dürfe nicht länger auf fossile Brennstoffe zur Energiegewinnung setzen, sondern müsse den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorantreiben, betonte Guterres. "Wenn wir nicht rasch unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben selbst", sagte der Generalsekretär vor Delegierten aus mehr als 190 Ländern.

Verbesserte Klimaschutzpläne gefordert

Guterres verlangte eine Verteuerung des Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid, einen Baustopp für Kohlekraftwerke ab 2020 und die Einstellung aller Subventionszahlungen für fossile Brennstoffe wie Öl. Guterres appellierte an die Staaten, bis 2020 neue, verbesserte Klimaschutzpläne vorzulegen.

Die Verpflichtungen, die die Staaten 2015 auf der Klimakonferenz in Paris eingegangen seien, reichten nicht aus, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Ein "Weiter so wie bisher" werde katastrophale Folgen haben, warnte Guterres. Bis zum Ende des Jahrhunderts drohe die Temperatur um fast vier Grad Celsius zu steigen.

"Zeit zu handeln"

Zu Beginn der Beratungen hatte Chile den Vorsitz der Weltklimakonferenz von Polen übernommen. Ursprünglich sollte der Gipfel in der chilenischen Hauptstadt Santiago stattfinden, musste aber wegen der dortigen Unruhen kurzfristig verlegt werden.

In Madrid soll bis zum 13. Dezember unter dem Motto "Zeit zu handeln" über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beraten werden. Die Vereinbarung setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius und wenn möglich sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

An dem Kongress nehmen neben den Regierungsvertretern auch Umweltschützer, Religionsvertreter und andere Repräsentanten der Zivilgesellschaft teil. Auch die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat ihr Kommen angekündigt.

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