Laienkatholiken erwarten verbindliche Beschlüsse vom "synodalen Weg"

epd-bild/Meike Boeschemeyer

Kardinal Reinhard Marx und ZdK-Spitzenvertreter Karin Kortmann und Thomas Sternberg mit dem Logo des "synodalen Weges"

Kardinal Reinhard Marx und ZdK-Spitzenvertreter Karin Kortmann und Thomas Sternberg mit dem Logo des "synodalen Weges"

Der "synodale Weg" ist ein Beratungsprozess über die Zukunft der katholischen Kirche, an dem sowohl Laien als auch Bischöfe beteiligt sind. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken dringt auf "greifbare Beschlüsse".

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erwartet von dem bevorstehenden kirchlichen Reformprozess verbindliche Beschlüsse. "Dass es zu greifbaren Ergebnissen und umsetzbaren Beschlüssen kommen muss, ist uns allen klar," sagte die Vizepräsidentin der katholischen Laienorganisation, Karin Kortmann, am Freitag bei der ZdK-Vollversammlung in Bonn. "Ohne ein Diakonat der Frau kann ich mir nicht vorstellen, den 'synodalen Weg' zu beenden," betonte Kortmann.

Das ZdK wollte noch am Freitag über den finalen Satzungsentwurf für den "synodalen Weg" abstimmen. Der "synodale Weg" ist ein Beratungsprozess über die Zukunft der Kirche, an dem sowohl Laien als auch Bischöfe beteiligt sind. Bislang stehen vier Themenbereiche fest: die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche und klerikaler Machtmissbrauch, die priesterliche Lebensform, die katholische Sexualmoral sowie die Beteiligung von Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche.

Wie Koalitionsverhandlungen

Er sei mit Koalitionsverhandlungen zu vergleichen, bei denen jeder der Partner Kompromisse machen müsse, sagte Kortmann. Das bedeute, dass sich der Wunsch nach einem Priestertum der Frau wohl in absehbarer Zeit nicht erreichen lasse. Wohl aber werde man auf verbindliche Beschlüsse und Veränderungen pochen.

Der Hauptausschuss des Zentralkomitees hatte die Satzung für den "synodalen Weg" bereits Ende Oktober angenommen. Es wird erwartet, dass die Vollversammlung sie ebenso verabschiedet. Auch die katholischen Bischöfe hatten auf ihrer Herbst-Vollversammlung der Satzung mehrheitlich zugestimmt. Nur der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hatten dagegen gestimmt. Sie haben Vorbehalte gegen den "synodalen Weg" geäußert.

Die geplanten Plenarversammlungen werden im Frankfurter Dom stattfinden. Die erste ist für den 30. Januar bis 2. Februar 2020 geplant. Der "Synodale Weg" ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.