Merkel reist nach Auschwitz

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Auschwitz

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Es ist der erste Besuch der Kanzlerin in dem früheren Konzentrationslager. Überlebende in aller Welt begrüßen das Vorhaben als wichtiges Signal.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am 6. Dezember erstmals das frühere Konzentrationslager Auschwitz besuchen. Ein Regierungssprecher bestätigte am Donnerstag in Berlin einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). Einzelheiten würden erst in der Woche vor der Reise bekanntgegeben, teilte der Sprecher mit.

Dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hat Merkel eine Einladung der Stiftung Auschwitz-Birkenau angenommen. Es sei geplant, dass die Kanzlerin an einem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung teilnimmt und das Stammlager sowie das Vernichtungslager Birkenau besichtigen wird. Die Stiftung zum Erhalt der Gedenkstätte wurde vom früheren polnischen Außenminister und Historiker Wladyslaw Bartoszewski initiiert, der selbst Häftling in Auschwitz war und sich bis zu seinem Tod 2015 für den polnisch-deutschen Dialog einsetzte.

"Anerkennung für Arbeit der Zeitzeugen"

Der Exekutiv Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, erklärte, Auschwitz-Überlebende in aller Welt begrüßten die Entscheidung der Kanzlerin. Sie empfänden ihren Besuch in der Gedenkstätte auch als Anerkennung für die langjährige Arbeit als Zeitzeugen in Gesprächen mit jungen Menschen in vielen Ländern Europas. "Gerade jetzt in Zeiten, in denen Auschwitz-Überlebende in Europa erneut mit antisemitischen Beschimpfungen und Hass-Mails überzogen werden, ist dieser Besuch der Bundeskanzlerin in Auschwitz ein besonders wichtiges Signal des Interesses und der Solidarität", erklärte Heubner in Berlin.

Am 27. Januar 2020 jährt sich die Befreiung von Auschwitz durch die sowjetische Armee zum 75. Mal. Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 und weltweit seit 2005 Holocaust-Gedenktag. In Auschwitz-Birkenau wurden 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen aus ganz Europa ermordet, die meisten von ihnen Juden.

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