Interreligiöses Friedensgebet zum Mauerfalljubiläum

epd-bild / Norbert Neetz

"Kapelle der Versöhnung" in Berlin

"Kapelle der Versöhnung" in Berlin

Mit einem interreligiösen Friedensgebet ist am Donnerstag in Berlin an die friedliche Revolution in der DDR und den Mauerfall vor 30 Jahren erinnert worden.

Dazu versammelten sich Vertreter aus zehn unterschiedlichen Religionsgruppen - darunter Christen, Juden und Muslime - in der Kapelle der Versöhnung, die sich auf dem Gebiet des ehemaligen Todesstreifens an der Bernauer Straße befindet. An dem Friedensgebet beteiligten sich auch das Drei-Religionen-Haus "House of One" sowie das Berliner Forum der Religionen, zu dem unter anderen Buddhisten, Hinduisten und Sikhs gehören.

"House of One"-Pfarrer Gregor Hohberg erinnerte an die Rolle der Kirchen in Ostdeutschland 1989. Damals hätten sich unzählige Menschen "egal ob gläubig oder religionslos" in den Kirchen versammelt, um politische Veränderungen in der DDR zu fordern. Als im ganzen Land dafür Hunderttausende auf den Straßen demonstrierten, "fiel die Mauer zusammen, als wäre sie nie ein Todeswerk gewesen", sagte Hohberg. Zugleich betonte der Theologe, dass jede Zeit Menschen brauche, "die gemeinsam einstehen für ein friedliches Miteinander von ganz unterschiedlichen Menschen in unserem Land".

"Mauern in den Köpfen niederreißen"

Die jüdische Kantorin Esther Hirsch sagte, dass erst seit dem Mauerfall jüdisches Leben in Berlin wieder deutlich sichtbar sei. Imam Osman Örs rief dazu auf, auch heute "Mauern in den Köpfen niederzureißen oder zu verhindern, dass sie aufkommen".

Der Pfarrer der Versöhnungsgemeinde, Thomas Jeutner, erinnerte zudem an Menschen, die heute auf der Flucht sind und versuchen, Mauern zu überwinden. Ihnen müsse Schutz gewährt werden, betonte Jeutner.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.