Telekom kauft Live-Fernsehrechte für Fußball-EM 2024

epd-bild / Gustavo Alabiso

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 wird in Deutschland ausgetragen.

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 wird in Deutschland ausgetragen.

Erstmals könnten ARD und ZDF bei den Live-Rechten für eine Fußball-EM leer ausgehen: Das begehrte TV-Paket kann sich wohl die Deutsche Telekom komplett sichern. Ganz aus dem Rennen sind die Öffentlich-Rechtlichen damit aber nicht.

Die Deutsche Telekom erhält wohl den Zuschlag für die Live-Übertragungsrechte der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) soll der Vertrag mit dem europäischen Fußballverband UEFA in den kommenden Tagen unterschrieben werden und beinhaltet die Rechte für sämtliche 51 Spiele des Turniers. ARD und ZDF würden damit bei der Vergabe der EM-Live-Rechte für den deutschen Markt erstmals leer ausgehen, könnten aber anschließend von der Telekom Sublizenzen für eigene Übertragungen von der Heim-EM kaufen. Sowohl Telekom als auch UEFA wollten sich auf epd-Anfrage nicht zu dem Deal äußern. Zunächst hatten "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Bild" (online) darüber berichtet.

Sublizenzen möglich

Die Telekom könnte die Spiele auf ihrer Bezahlplattform Magenta TV ausstrahlen. Der Konzern mit Hauptsitz in Bonn bietet seit einigen Jahren verstärkt im Sportrechtemarkt mit. Magenta TV überträgt derzeit etwa Spiele der dritten Fußball-Liga und die ersten Ligen in Basketball und Eishockey.

Der Rundfunkstaatsvertrag legt fest, dass bei Fußball-Europameisterschaften alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie das Eröffnungsspiel, die Halbfinal-Partien und das Finale im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein müssen. Schon deswegen könnten also ARD und ZDF oder auch Privatsender Sublizenzen für die Live-Rechte bekommen.

Das Turnier wird im Sommer 2024 ausgetragen. Spielorte sind Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Stuttgart, Dortmund, Leipzig und Gelsenkirchen.

Übertragungsrechte starkt umkämpft

Der milliardenschwere Markt für Übertragungsrechte von Sport-Events ist seit einigen Jahren zunehmend umkämpft. So waren ARD und ZDF 2015 bei der Vergabe der Live-Rechte für die Olympischen Spiele im Zeitraum von 2018 bis 2024 durch das Internationale Olympische Komitee leer ausgegangen. Nach zähem Ringen konnten sich die deutschen Öffentlich-Rechtlichen 2017 schließlich vom Rechteinhaber Discovery Communications doch noch Sublizenzen für die Live-Berichterstattung kaufen, nachdem die Verhandlungen zunächst wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen gescheitert waren. Die Fußball-EM im kommenden Jahr läuft bei ARD und ZDF.

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