Warnstreiks bei ARD-Anstalten

Ein Streik bei mehreren ARD-Sendern hat am Mittwoch für Einschnitte im TV- und Radioprogramm gesorgt. Gewerkschaften wollen mit den Aktionen erreichen, dass sich Honorare und Gehälter nach den Tarifen für den öffentlichen Dienst richten.

Wegen eines Warnstreiks konnte das ARD-"Morgenmagazin" am Mittwoch nicht live ausgestrahlt werden. Der federführende WDR nahm stattdessen vor dem Sendestart eine Stunde Sendung auf, die während der Dauer des Streiks gezeigt wurde, wie die Redaktion auf Twitter mitteilte. Die Gewerkschaft ver.di hatte für Mittwoch zu Streiks bei mehreren ARD-Anstalten aufgerufen, der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zu einem bundesweiten "Aktionstag". Es wurde mit Einschränkungen in den Fernseh- und Radioprogrammen gerechnet.

Zu Warnstreiks wurde bei den fünf großen Anstalten WDR, NDR, BR, SWR und MDR aufgerufen. Im Ersten war neben dem "Morgenmagazin" auch die ebenfalls vom WDR produzierte Sendung "Live nach Neun" betroffen, die "Best of"-Ausschnitte aus vergangenen Sendungen zeigte. Im Radioprogramm des BR war am Mittwochvormittag anstelle der Wellen B5 aktuell, Bayern 2 und BR Klassik der Sender Bayern 3 zu hören.

"Kein böser Wille"

Die Gewerkschaften fordern eine Anhebung der Honorare und Gehälter, die sich am jüngsten Tarifabschluss für die Angestellten der Länder orientiert. Dieser sieht für den öffentlichen Dienst eine Steigerung von rund 7,8 Prozent über eine Laufzeit von 33 Monaten vor. Die Orientierung an den Abschlüssen des öffentlichen Dienstes sei geübte Praxis im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, betonte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall am Dienstag. Neben DJV und ver.di beteiligt sich auch die Deutsche Orchestervereinigung an den Streikaktionen.

Die ARD-Anstalten verfügten bei weitem nicht über die finanziellen Spielräume der Länder, erklärte dagegen BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel. Er verwies darauf, dass der Rundfunkbeitrag seit 2009 nicht mehr erhöht worden sei, während die Steuereinnahmen deutlich gestiegen seien. "Das ist unsererseits kein böser Wille", sagte Frenzel am Mittwoch nach der ARD-Hauptversammlung in Stuttgart.

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