Umweltpreis 2019 für Bodenforscherin und Reinigungsmittelhersteller

Der Deutsche Umweltpreis wird in diesem Jahr für die Erforschung des Bodens und die Etablierung der Kreislaufwirtschaft vergeben. Es ist der höchst dotierte Umweltpreis in Europa.

Die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner von der Technischen Universität München und der Unternehmer Reinhard Schneider aus Mainz sind Träger des Deutschen Umweltpreises 2019 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Sie erhalten die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung zu gleichen Teilen, wie die Stiftung am Freitag in Osnabrück mitteilte.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde betonte, die Preisträger seien Schrittmacher im Umweltschutz, die Zukunftslösungen lieferten für die enormen ökologischen Herausforderungen der Gegenwart: "Wir brauchen fundamentale ökonomische, politische und technologische Veränderungsprozesse auf allen Ebenen, um zu einer wirklich nachhaltigen Entwicklung zu finden."

Meilenstein in Kohlenstoffspeicherung

Kögel-Knabner sei eine der renommiertesten und einflussreichsten Bodenwissenschaftlerinnen der Welt. Ihr sei es gelungen, die zentrale Rolle des im Vergleich zu Luft und Wasser in seiner Bedeutung "fatal unterschätzten" Umweltmediums Boden in den Fokus zu rücken.

Meilenstein ihrer Forschungen sei die Entdeckung gewesen, wie Kohlenstoff als organische Substanz im Boden gebunden wird. Aus ihrer Forschungsarbeit habe sich ein völlig neues Verständnis ergeben für die Kapazität von Böden, Kohlenstoff aufzunehmen und zu speichern. Vor allem habe Kögel-Knabner Antworten geliefert auf die Frage, auf welchen Böden eine Kohlenstoffspeicherung nachhaltig möglich ist, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Unternehmer Schneider habe mit seiner unternehmerischen Nachhaltigkeitsstrategie und hohem persönlichen Engagement den Weg dafür geebnet, dass in einer kompletten Wirtschaftsbranche Umweltinnovationen auf immer höherem Standard hätten etabliert werden können. Er habe konsequent ökologische Produkte in einem Massenmarkt mehrheitsfähig gemacht, lebe Nachhaltigkeit in allen unternehmerischen Entscheidungen und sichere sich so das Vertrauen der Verbraucher.

Pionier der Kreislaufwirtschaft

Unter anderem kämpfe Schneider für eine energieschonende Kunststoff-Wiederverwertung in einem geschlossenen Kreislauf. Er gelte damit als Pionier der Kreislaufwirtschaft. Rund 293 Millionen Flaschen rein aus Altplastik seien in einer von ihm in Mainz geschaffenen Flaschen-Fertigung produziert worden. Bei den Rezepturen für die Wasch- und Reinigungsmittel der Dachmarke "Frosch" setze er seit 2013 auf heimische Pflanzen als Rohstoffbasis, also auf in Europa gewonnene Öle aus Flachs, Hanf oder Oliven.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will den Preisträgern am 27. Oktober in Mannheim die Auszeichnungen überreichen. Der Deutsche Umweltpreis wird seit 1993 jährlich von der DBU vergaben. Er ist der am höchsten dotierte Umweltpreis in Europa.

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