Papst: Populismus von heute erinnert an Hitler

epd-bild/Cristian Gennari/Agenzia Romano Siciliani

Papst Franziskus (Archivbild)

Papst Franziskus (Archivbild)

Ausländerfeindlichkeit sei eine "Krankheit", sagte Franziskus auf dem Rückflug von seiner Reise nach Südostafrika.
Deutschland spricht 2019

Papst Franziskus hat vor wachsender Fremdenfeindlichkeit im Gewand des Populismus gewarnt. "Manchmal höre ich Reden, die an Hitler von '34 erinnern", sagte er nach Angaben der offiziellen Internetseite Vaticannews vom Dienstagabend auf dem Rückflug von seiner Reise in drei ostafrikanische Länder. Ausländerfeindlichkeit sei eine "Krankheit". Franziskus warnte vor einer Rückkehr des Phänomens vor allem in Europa. Er forderte zur Bekämpfung von Hass gegenüber Menschen aus anderen Ländern und aus dem eigenen Land auf, der in Teilen Afrikas wie Ruanda mit der Ablehnung Angehöriger anderer Stämme zu Tragödien geführt habe.

Mit Blick auf teils heftige Kritik an seinem Wirken äußerte der Papst sich auf dem Rückflug von Madagaskar nach Rom gelassen. Kritik sei positiv, auch in der Kurie. Was er allerdings nicht akzeptiere, sei hinter vorgehaltener Hand geäußerte Kritik von Menschen, die andere anlächelten und diese gleichzeitig hintergehen. Diese Form der Verweigerung einer Auseinandersetzung verglich das katholische Kirchenoberhaupt mit "Arsenpillen". Wenn sie auf konstruktive Weise geäußert werde, führe Kritik dagegen zu Dialog. "Kritik üben, ohne in einen Dialog zu treten, ist keine Liebe zur Kirche, sondern bedeutet, eine fixe Idee zu verfolgen, den Papst auswechseln oder ein Schisma herbeiführen zu wollen."

"Fürchte kein Schisma"

Vor dem Hintergrund von Vorwürfen, er verstoße etwa mit der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion in bestimmten Fällen gegen die Lehre der Kirche, betonte der Papst, er fürchte kein Schisma. Kirchenspaltungen seien aufgrund der Freiheit, die Gott den Gläubigen gewähre, "eine der möglichen Optionen". Er bete aber dafür, dass es nicht dazu komme.

Seine Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit erklärte Franziskus mit den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65). "Ich sage das gleiche wie Johannes Paul II., aber sie sagen, der Papst ist Kommunist", erklärte er im Zusammenhang mit der Ablehnung insbesondere seiner kapitalismuskritischen Äußerungen.

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