Mexiko wehrt sich gegen den Status "sicherer Drittstaat"

Die USA wollen Mexiko zu einem "sicheren Drittstaat" machen, damit Flüchtlinge in Zukunft dort zunächst Asyl beantragen müssen. Seit Monaten drängt die Trump-Regierung auf diesen Status.

Mexiko will nicht als "sicherer Drittstaat" für Flüchtlinge und Migranten eingestuft werden. Das bekräftigte der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard vor Gesprächen mit der US-Regierung in Washington laut dem Magazin "proceso" am Montag (Ortszeit). Zuvor hatte der Leiter der US-Grenzschutzbehörde, Mark Morgan, erklärt, die US-Regierung wolle über diese Möglichkeit weiter verhandeln.

Morgan bescheinigte Mexiko, Fortschritte in der Bekämpfung der Migration erzielt zu haben. Das Land müsse aber mehr tun. Die mexikanische Regierung hatte sich Anfang Juni zu umfangreichen Maßnahmen gegen Flüchtlinge und Migranten verpflichtet, nachdem US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen gedroht hatte. Nach Angaben Ebrards wurde die Migration zwischen Mai und August dank der Maßnahmen um 56 Prozent reduziert.

Flüchtlinge müssten in Mexiko Asyl beantragen

Damals vereinbarten die Verhandlungspartner, nach 90 Tagen die Ergebnisse zu prüfen. Das soll nun stattfinden. Sollte Mexiko ein "sicherer Drittstaat" werden, müsste jeder Flüchtling, der über das Land in die USA einreist, in Mexiko Asyl beantragen. Die Trump-Regierung drängt schon seit Monaten auf diesen Status. Mit Guatemala hat sie bereits ein ähnliches Abkommen vereinbart. Es trat jedoch noch nicht in Kraft, weil es juristisch angefochten wurde.

Mexiko hat über 20.000 Nationalgardisten an seine Süd- und Nordgrenzen geschickt, um Migranten auf ihrem Weg in die USA zu stoppen. Zudem werden Flüchtlinge an der US-Grenze wieder aufgenommen, bis die US-Behörden über deren Asylantrag entschieden haben.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.