Irische Ex-Präsidentin McAleese erhält Tübinger Ethik-Preis

Der Alfons-Auer-Ethik-Preis der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an die frühere Präsidentin der Republik Irland, Mary McAleese.

Damit würdige die Katholisch-Theologische Fakultät ihr Engagement als Christin und Wissenschaftlerin bei der Umsetzung ethischer Werte in der politischen Praxis, teilte die Universität am Freitag mit. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 30. Oktober in Tübingen überreicht werden.

In der Zeit von McAleeses Präsidentschaft 1997 bis 2011 wurden Gesetze eingeführt, die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbieten. Heute gehört sie dem "Council of Women World Leaders" an, einem Netzwerk aus Premierministerinnen und Präsidentinnen, das sich für Frauenrechte einsetzt.

Fürsprecherin der Frauen

Nach ihrer Amtszeit studierte sie in Rom Kirchenrecht und promovierte in diesem Fach 2018. In der Kirche hat sie sich den Angaben zufolge für die Anerkennung von Menschen aller sexuellen Identitäten eingesetzt, für die gleichgeschlechtliche Ehe sowie gegen das katholische Verbot von Verhütungsmitteln. Außerdem kritisiere sie die Diskriminierung von Frauen und den "strukturellen Klerikalismus" der Kirche.

Der von dem Unternehmer Siegfried Weishaupt gestiftete Alfons-Auer-Ethik-Preis wurde 2015 erstmals von der Katholisch-Theologischen Fakultät an den kanadischen Sozialphilosophen Professor Charles Taylor vergeben. 2017 ging er an den Menschenrechtler Heiner Bielefeldt. Die Auszeichnung ist dem Tübinger Theologen Alfons Auer gewidmet (1915-2005), dem Gründungsdirektor der Katholischen Akademie des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

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