Das Futurium stellt Zukunftsfragen

epd-bild/Jürgen Blume

Ausstellung im Futurium in Berlin

Ausstellung im Futurium in Berlin

Für 65 Millionen Euro entstand im Berliner Regierungsviertel ein ungewöhnliches Ausstellungshaus. Es soll nach Worten von Kanzleramtschef Braun "Inspiration für eine gute Zukunft für Deutschland und den Planeten" bieten.

Das neue Futurium in Berlin widmet sich der Frage, wie die Zukunft der Menschen gestaltet werden soll. Es wurde am Donnerstag mit einem Festakt eröffnet. Unter den rund 700 Gästen war auch der Astronaut Alexander Gerst. Von Freitag bis Sonntag wird ein Eröffnungswochenende gefeiert. Das Museum und Veranstaltungshaus mitten im Regierungsviertel der Bundeshauptstadt will das Publikum zum Austausch einladen. Es ist den Angaben zufolge die erste Einrichtung dieser Art in Europa.

Auf mehr als 3.000 Quadratmetern können sich Besucherinnen und Besucher des Futuriums mit modernen Technologien und der Frage auseinandersetzen, wie unterschiedlich Zukunft gestaltet werden kann. Auch Debatten zu umstrittenen Themen sind geplant.

Eintritt frei

Der Eintritt in das neue Museum ist mindestens bis Ende 2022 frei. Der 65 Millionen Euro teure Bau wurde innerhalb von vier Jahren errichtet. Das Budget, das bei etwa 18 Millionen Euro jährlich liegt, trägt zum Großteil das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Futurium-Direktor Stefan Brandt betonte zur Eröffnung, dass jeder Mensch die Zukunft mitgestalten könne: "Das fängt mit privatem Konsumverhalten an und hört bei politischer Beteiligung nicht auf." Das Futurium werde deshalb kein Prognoseinstitut sein, sondern immer die Frage stellen: "Wie wollen wir in Zukunft leben?"

Mit Blick auf die "Fridays for Future"-Bewegung, die unter anderem in Berlin jeden Freitag in unmittelbarer Nähe demonstriere, sagte Brandt: "Jede Woche hören wir die Sprechchöre der Jugendlichen: 'Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut.' Diese Jugendlichen wollen handeln." Auch das Futurium wolle dazu Anstöße bieten.

"Inspiration für eine gute Zukunft für Deutschland"

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun (CDU), betonte, das Futurium solle ein Haus für alle Menschen sein. Es wolle "Inspiration für eine gute Zukunft für Deutschland und den Planeten" bieten.

Als größte Herausforderungen der Zukunft nannte Braun, angesichts zunehmender kultureller, religiöser und ressourcenbedingter Konflikte auf der Erde das friedliche Zusammenleben der Menschen zu organisieren. Zudem müsse dem auch in Deutschland weit verbreiteten Technikskeptizismus entgegengetreten werden, um Lösungen für Zukunftsfragen zu finden. Weiter verwies er darauf, dass der Mensch die Natur in den zurückliegenden Jahrzehnten erheblich verändert habe. "Jetzt ist es an der Zeit, dass wir Menschen unser Handeln verändern", sagte Braun.

Astronaut Alexander Gerst forderte unterdessen, die Forschung stärker gesellschaftlich zu nutzen, um die Zukunft der Menschen positiv zu gestalten. Vom Weltraum aus werde deutlich, wie begrenzt die Ressourcen der Erde sind. Das Futurium solle die Menschen deshalb aus ihrer Komfortzone herausholen. "Wir haben die Chance und die Pflicht, für die heutige Probleme neue Lösungen finden", sagte Gerst.

Das Futurium besteht aus drei verschiedene Ebenen, darunter eine Ausstellung mit den Denkräumen "Mensch", "Natur" und "Technik". Im sogenannten Forum sollen aktuelle Positionen mitunter kontrovers diskutiert werden können. Das Futurium-Lab lädt zudem zu eigenen Ideen und zum Selbermachen ein. Das Futurium-Gebäude aus Glas und Metall sowie als CO2-neutrales Haus gilt zudem architektonisch innovativ.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.