Indonesien verlegt Hauptstadt auf die Insel Borneo

Jakarta wird als Hauptstadt Indonesiens abgelöst: Die neue Hauptstadt soll auf der Insel Borneo angesiedelt werden. Jakarta wird regelmäßig von Überschwemmungen heimgesucht und zählt zu den am schnellsten sinkenden Megastädten weltweit.

Indonesien verlegt seine Hauptstadt auf die Insel Borneo. Die Entscheidung, vom bisherigen Standort Jakarta abzurücken, verkündete Präsident Joko Widodo am Montag in einer Fernsehansprache. Demnach soll die neue Hauptstadt in der Provinz Ost-Kalimantan und damit strategisch im Zentrum Indonesiens angesiedelt werden. Das Vorhaben begründete der Präsident damit, dass das an der Nordwestküste der Insel Java liegende Jakarta nicht nur von Smog und Staus geplagt, sondern auch regelmäßig von Überschwemmungen heimgesucht werde. Ein Gesetzesentwurf soll noch in dieser Woche im Parlament vorgelegt werden.

Umzug kostet 30 Milliarden Euro

Offiziell leben in der Metropole Jakarta mindestens zehn Millionen Menschen und mehr als drei Mal so viel in deren Einzugsbereich. Fachleuten zufolge gehört Jakarta nicht zuletzt wegen unkontrollierter Entnahmen des Grundwassers zu den am schnellsten sinkenden Megastädten weltweit. Am neuen Standort bestehe ein nur geringes Risiko für Naturkatastrophen, sagte Staatschef Widodo weiter.

Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten des Umzugs auf umgerechnet 30 Milliarden Euro. Knapp 20 Prozent will der Staat tragen, der Rest soll durch öffentliche und private Investitionen finanziert werden. Indes machen sich Umweltschützer Sorgen, dass eine neue Hauptstadt schwerwiegende Folgen für Borneos Tier- und Pflanzenwelt haben wird. Borneo ist zwischen Brunei, Malaysia und Indonesien aufgeteilt. Mit einer Fläche von knapp 752.000 Quadratkilometern ist sie nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt.

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