450 Teilnehmer bei "Pro Chemnitz"-Demonstration

epd-bild/Matthias Schumann

Demonstranten der rechten Bürgerinitiative "Pro Chemnitz" (Archivbild)

Demonstranten der rechten Bürgerinitiative "Pro Chemnitz" (Archivbild)

Am Sonntagabend haben in Chemnitz rund 450 Menschen an einer Demonstration der rechten Bürgerinitiative "Pro Chemnitz" teilgenommen. Die Polizei registrierte drei Straftaten. Mehrere Hundert nahmen an Gegendemonstrationen teil.

An einer Demonstration der rechten Gruppierung "Pro Chemnitz" haben am Sonntagabend rund 450 Menschen teilgenommen. 1.000 waren angemeldet gewesen. Zu einer Gegenveranstaltung kamen etwa 300 Menschen, wie die Polizeidirektion Chemnitz am Sonntagabend mitteilte. Eine weitere Versammlung unter dem Motto "Herz statt Hetze" hatte demnach 100 Teilnehmer. Die Chemnitzer Polizei wurden von Beamten aus Sachsen-Anhalt und Thüringen und von der Bundespolizei unterstützt. Es waren rund 600 Kräfte im Einsatz.

Bei der "Pro Chemnitz"-Veranstaltung wurden laut Polizei drei Straftaten registriert. Ein 19-Jähriger habe den "Hitlergruß" gezeigt und sei zur Beschleunigung des Verfahrens vorläufig festgenommen worden. Zudem ermittle die Polizei gegen zwei 31 und 47 Jahre alte Männer, die sich offenbar gegenseitig beleidigten.

Erster Jahrestag

Anlass der Demonstration von "Pro Chemnitz" war der erste Jahrestag des gewaltsamen Todes von Daniel H. an diesem Montag. Der 35-Jährige war am 26. August 2018 am Rande des Chemnitzer Stadtfestes erstochen worden. Rechte Gruppen, darunter "Pro Chemnitz", hatten den Vorfall in den Folgetagen wiederholt für ausländerfeindliche Proteste instrumentalisiert. Es kam zu Attacken auf ausländisch aussehende Menschen.

Das Landgericht Chemnitz hatte am Donnerstag den 23 Jahre alten Syrer Alaa S. wegen gemeinschaftlichen Totschlags an Daniel H. und gefährlicher Körperverletzung verurteilt und eine Haftstrafe von neuneinhalb Jahren verhängt. Sein mutmaßlicher Mittäter, der Iraker Farhad A., ist flüchtig. Beobachter übten wegen der aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Beweislage teils harsche Kritik an dem Schuldspruch gegen S. Die Verteidigung ging in Revision.

Chemnitzer Kirchgemeinden haben für Montagabend zu einem ökumenischen Friedensgottesdienst eingeladen. Im Anschluss sollte als Zeichen für Demokratie und Nächstenliebe eine Menschenkette um die Stadtkirche St. Jakobi und das Rathaus gebildet werden.

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