UNHCR wirbt bei Religionsgemeinschaften für mehr Zusammenarbeit

epd-bild/Sebastian Backhaus

UNHCR-Flüchtlingslager im Nordirak (Archivbild)

UNHCR-Flüchtlingslager im Nordirak (Archivbild)

Dialog, Versöhnung und nachhaltiges Engagement: Für den deutschen UNHCR-Repräsentanten Dominik Bartsch ist das entscheidend, um Flüchtlingszahlen zu reduzieren. Dabei könnten auch Religionen helfen.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR wirbt für eine verstärkte Kooperation mit Religionsgemeinschaften, um die weltweiten Flüchtlingsbewegungen zu bewältigen. "Ich sehe viel Potenzial in der Zusammenarbeit von Religionen und weltlichen Organisationen", sagte der deutsche UNHCR-Repräsentant Dominik Bartsch bei der 10. Weltversammlung der Organisation "Religions for Peace" am Donnerstag in Lindau. Um Flüchtlingszahlen zu reduzieren, brauche man Dialog, Versöhnung und nachhaltiges Engagement, betonte er.

Die Weltversammlung der interreligiösen Organisation "Religions for Peace" tagt noch bis Freitag am Bodensee. Mehr als 900 ranghohe Religionsvertreter aus aller Welt beraten bei dem Treffen über aktuelle Konflikte.

Religionen bei Rückführung wichtig

Bartsch sieht vor allem drei Bereiche, in denen Religionsgemeinschaften friedensstiftend wirken können: "Bereits bei der Entstehung eines Konfliktes können Gemeinden vor Ort durch Dialog eine Eskalation verhindern." Auch bei der Integration von Flüchtlingen können sie eine große Rolle spielen. "Gerade wenn Spannungen wegen der Existenz von Flüchtlingen aufkommen, müssen religiöse und weltliche Organisationen gut zusammenarbeiten."

Zudem sei die Hilfe von Glaubensgemeinschaften auch bei der Rückführung von Flüchtlingen wichtig. "Beispielsweise im Irak hatten wir den Fall, dass Binnenflüchtlinge bei ihrer Rückkehr feststellen, dass andere Menschen in ihrem Dörfern leben", berichtete er. Das könne für viel Unmut sorgen, bei denen Religionsvertreter vermitteln könnten.

Die Weltversammlung der größten interreligiösen Nichtregierungsorganisation tritt etwa alle fünf Jahre zusammen und findet erstmals in Deutschland statt. Vertreter des Bündnisses waren unter anderem bei den Konflikten in Bosnien-Herzegowina und in Ruanda als Vermittler tätig.

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