US-Investor KKR erhält mindestens 20 Prozent der Springer-Aktien

epd-bild/Rolf Zoellner

Axel Springer Verlag in Berlin (Archivbild)

Axel Springer Verlag in Berlin (Archivbild)

Der US-Finanzinvestor KKR steigt beim deutschen Medienkonzern Axel Springer ein. Axel Springer bewertete das Erreichen der Mindestannahmeschwelle als "wichtiges Etappenziel" auf dem Weg zu der geplanten strategischen Partnerschaft.

Mindestens 20 Prozent der Springer-Aktionäre haben bis zum Fristende am 2. August das Übernahmeangebot von KKR angenommen, wie Springer und KKR am Montag mitteilten. Diese Quote hatte der Finanzinvestor zur Bedingung für einen Einstieg gemacht. Das genaue Ergebnis des Übernahmeangebots wird laut KKR voraussichtlich am Mittwoch veröffentlicht. In einer gesetzlich vorgesehenen Nachfrist von 14 Tagen können weitere Springer-Aktionäre ihre Anteile verkaufen.

Axel Springer bewertete das Erreichen der Mindestannahmeschwelle als "wichtiges Etappenziel" auf dem Weg zu der geplanten strategischen Partnerschaft. "Wir werden so zusätzliche Chancen nutzen können und unsere Wachstums- und Investitionsstrategie beschleunigen", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Mathias Döpfner. Der Vollzug des Angebots steht allerdings weiterhin unter dem Vorbehalt "kartellrechtlicher, außenwirtschaftsrechtlicher und medienkonzentrationsrechtlicher Freigaben", wie Springer betonte.

Die Verlegerin Friede Springer, die 42,6 Prozent der Anteile kontrolliert, und der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner, der 2,8 Prozent der Anteile besitzt, wollen ihre Beteiligungen behalten. KKR könnte also insgesamt höchstens 54,6 Prozent der Anteile übernehmen: 44,8 Prozent befanden sich zum Start des Übernahmeangebots am 5. Juli sich im Streubesitz, die Enkel des Verlagsgründers Axel Springer halten insgesamt 9,8 Prozent.

Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen, das Übernahmeangebot anzunehmen

KKR plant, den Konzern von der Börse zu nehmen. Vorstand und Aufsichtsrat von Springer empfahlen den Aktionären, das Übernahmeangebot anzunehmen. Konzern- und Europabetriebsrat erklärten, dass sie dem Angebot "neutral" gegenüberstünden. Die Arbeitnehmervertreter fordern jedoch eine Veröffentlichung der relevanten Passagen der Investorenvereinbarung sowie konzernweite Regelungen zur Beschäftigungssicherung.

Zu Springer mit Sitz in Berlin gehören neben "Bild" und "Welt" unter anderem auch die Nachrichtenseite "Business Insider", die News-App "Upday" sowie Kleinanzeigenportale wie "Immonet" und "Stepstone". Der Konzern betreibt zudem den TV-Nachrichtensender Welt. Springer beschäftigt mehr als 16.300 Mitarbeiter weltweit und hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 4,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gesteigert.

KKR wurde 1976 in New York von Henry Kravis and George Roberts gegründet. Die Gesellschaft beschreibt sich selbst als führende globale Investmentfirma und besitzt ein Fondsvolumen von rund 200 Milliarden Dollar. Gemeinsam mit dem Medienmanager Fred Kogel baut KKR derzeit ein neues deutsches Unternehmen im Film- und Fernsehbereich auf und hat dafür eine Reihe von Produktionsfirmen und Vertriebsgesellschaften aufgekauft.

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