"Mekka der Medienkunst" will Unesco-Titel

epd-bild/Christine Suess-Demuth

Gemeinsam mit dem Museum ZKM will Karlsruhe jetzt offiziell "Stadt der Medienkunst" werden (Archivbild)

Gemeinsam mit dem Museum ZKM will Karlsruhe jetzt offiziell "Stadt der Medienkunst" werden (Archivbild)

Als Stadt des Rechts ist Karlsruhe bekannt. International anerkannt ist aber auch ihre Vorreiterrolle in der Medienkunst. Gemeinsam mit dem Museum ZKM will sie jetzt auch offiziell "Stadt der Medienkunst" werden.
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Die Stadt Karlsruhe gilt schon heute als "Mekka der Medienkunst". Jetzt hat sich die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie will die erste deutsche Unesco-Stadt der Medienkunst werden. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) verwies darauf, dass Karlsruhe in diesem Bereich nicht nur als Mekka, sondern auch als "Wiege der modernen Medienkommunikation" bezeichnet werde. Die Bewerbung erfolgte gemeinsam mit dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM).

In Karlsruhe bewege sich die Medienkunst an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Technologie und Recht, sagte Mentrup am Freitag vor Journalisten in Karlsruhe. Neben Formaten der Medienkunstpräsentation im öffentlichen Raum sollen auch innovative, kooperative und vernetzte Medienkunstprojekte gefördert werden. Dies werde bundesweite und internationale Aufmerksamkeit erwecken, hofft er. Ob die Bewerbung der badischen Metropole Erfolg hat, soll sich im November dieses Jahres entscheiden.

Neue Impulse setzen

Die Bewerbung ist Teil der städtischen Internationalisierungsstrategie. Dafür würden insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Beitritt zum Unesco Creative Cities Network sei eine Chance, neue globale Verbindungen mit Kunst- und Medienschaffenden in diesen Städten auf allen Kontinenten zu knüpfen und neue Impulse zu setzen, hieß es. Dazu werde das ZKM seine Zusammenarbeit etwa mit dem Goethe-Institut ausbauen.

Ein Beitrag der Bewerbung ist das Medienkunstfestival "Seasons of Media Art". Ab 8. August würden interaktive Medienkunstinstallationen im Stadtgebiet verteilt. Damit soll der öffentliche Zugang zu Daten und die Entwicklung der "Smart City" thematisiert werden. Es solle eine "Digitally Connected City" entstehen, die die digiale Selbstbestimmung in den Vordergrund stellt, sagte ZKM-Direktor Peter Weibel.

Vielfalt der Künste im medialen Wandel

Im Rahmen der Bewerbung sollte am Freitagabend auch Teil zwei der Ausstellung "Writing the History of the Future" im ZKM eröffnet werden. Sie zeige erstmals die Vielfalt der Künste im medialen Wandel, so Weibel. Themen seien die Geschichte und Utopien der Videokunst, computerbasierte Künste, Holografie und Sound Art. Gezeigt werden rund 500 Stücke aus der eigenen Sammlung, die mit rund 9.500 Werken zu den größten Medienkunstsammlungen der Welt gehört.

Ab 8. August sind dann auch die Schlosslichtspiele sehen, das nach ZKM-Angaben größte digitale Kunstwerk Europas. Das Medienmuseum feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen.

Laut Unesco sind bislang 180 Städte aus 72 Ländern im Netzwerk aktiv. Bislang sind vier deutsche Städte dabei: Hannover und Mannheim als "Stadt der Musik" (2014), Heidelberg als "Stadt der Literatur" (2014) und Berlin als "Stadt des Designs" (2005). Darunter sind weltweit bislang 14 Medienkunststädte, wie Toronto, Tel Aviv, Dakar, Linz oder Lyon. Karlsruhe wäre die erste deutsche Medienkunststadt.

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