Artensterben: Zahlreiche Pflanzen in Deutschland verschwunden

epd-bild / Alasdair Jardine

In den vergangenen 150 Jahren sind 149 Pflanzentaxa verschwunden: Dabei handelt es sich um ganze Arten oder deren Unterarten (Archivbild).

In den vergangenen 150 Jahren sind 149 Pflanzentaxa verschwunden: Dabei handelt es sich um ganze Arten oder deren Unterarten (Archivbild).

Zahlreiche Wildpflanzen sind in den vergangenen 150 Jahren in Deutschland ausgestorben. Die Grünen fordern ein konsequenteres Vorgehen der Bundesregierung gegen das Artensterben.

In den vergangenen 150 Jahren sind zahlreiche Pflanzen auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik ausgestorben oder nicht mehr auffindbar. Viele weitere gelten als gefährdet, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Freitag) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen berichtete. Demnach sind in dem Zeitraum 149 sogenannte Pflanzentaxa verschwunden. Dabei handelt es sich um ganze Arten oder deren Unterarten. Womöglich ist also eine deutlich höhere Zahl an Pflanzen ausgestorben.

Landwirtschaft müsse umweltfreundlicher wirtschaften

Laut Ministerium sind allein 76 Arten der Farn- oder Blütenpflanzen betroffen. Aus dieser Gruppe gelten derzeit zudem 1.068 als gefährdet. Das entspricht einem Anteil von 27,5 Prozent der in Deutschland heimischen Pflanzen aus der Gruppe der Farn- und Blütenpflanzen, zu denen etwa Wiesen-Küchenschelle, Kornrade, Katzenpfötchen und Sonnentau-Arten zählen. Insgesamt habe sich deren Situation in den vergangenen Jahren verschlechtert. Deswegen wird laut Ministerium das Ziel aus der 2007 verabschiedeten Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt "für diese Pflanzengruppe voraussichtlich nicht erreicht werden".

Die Grünen fordern ein konsequenteres Vorgehen der Bundesregierung gegen das Artensterben bei Wildpflanzen. Vor allem die Landwirtschaft müsse umweltfreundlicher wirtschaften, sagte die naturschutzpolitische Sprecherin Steffi Lemke der Zeitung. "Wir wollen großzügig pestizidfreie Gebiete schaffen und die Vergüllung der Landschaft beenden."

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.