Ebola-Virus springt vom Kongo auf Uganda über

epd-bild/Patrick Piel

Um die Verbreitung der Ebola-Epidemie zu vermeiden, muss man ausgeprägte Hygienevorschriften beachten. (Symbol-Foto)

Um die Verbreitung der Ebola-Epidemie zu vermeiden, muss man ausgeprägte Hygienevorschriften beachten. (Symbol-Foto)

Die Ebola-Epidemie, die seit zehn Monaten im Kongo wütet, hat sich über die Grenze nach Uganda ausgebreitet. Ein Fünfjähriger erlag der Krankheit, zwei Angehörige sind auch infiziert. Impfungen sollen weitere Infektionen verhindern.
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Die im Kongo ausgebrochene Ebola-Epidemie hat das Nachbarland Uganda erreicht. Ein fünfjähriger Junge starb am Mittwoch an der Tropenkrankheit, wie das ugandische Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilten. Zudem wurden zwei weitere Ebola-Fälle in Uganda bestätigt. Im Kongo haben sich seit August vergangenen Jahres mehr als 2.070 Menschen mit dem Virus infiziert, von denen rund 1.400 starben.

Der Fünfjährige war in Begleitung von fünf Familienmitgliedern am Montag aus dem Kongo eingereist. Die kongolesischen Behörden erklärten, die Familie sei vorher an der Grenze aufgehalten und in eine Quarantäne-Einrichtung gebracht worden, von dort aber geflohen. Bei den Erkrankten handelt es sich um einen dreijährigen Bruder des Verstorbenen und um seine 50-jährige Großmutter.

Es sind die ersten drei Ebola-Fälle in Uganda. Die Regierung und die WHO entsandten ein Expertenteam nach Kagando im Südwesten des Landes. Am Freitag solle eine Impfkampagne in der Region gestartet werden, kündigte der Chef der WHO in Uganda, Yonas Tegegn Woldemariam, an. 3.500 Dosen des Impfstoffs seien bereits unterwegs. Spezifische Heilmittel gegen Ebola gibt es nicht. Der Impfstoff ist noch nicht allgemein zugelassen.

15.000 Menschen werden im Kongo täglich auf Ebola untersucht

Im Kongo werden laut WHO jeden Tag 15.000 Menschen auf Symptome der Fieberkrankheit untersucht. Trotzdem wird vermutlich ein Viertel der Infizierten nicht entdeckt. Das liegt auch an der prekären Sicherheitslage in der Region. Seit Januar wurden laut WHO mehr als 170 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und -personal verübt.

Helfer haben wegen Gefechten zwischen Rebellengruppen nur beschränkt Zugang zu Patienten und Menschen, die sich möglicherweise angesteckt haben. 700 WHO-Mitarbeiter sind gegen die Ebola-Epidemie im Einsatz. Dutzende bewaffnete Gruppen und die Armee bekämpfen sich in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu, wo das Ebola-Virus wütet. Allein in Nord-Kivu sind laut den UN mehr als eine Million Menschen auf der Flucht. Bei der bislang größten Ebola-Katastrophe 2013/14 in den westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone, starben rund 11.300 Menschen.

Nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" gibt es im Kongo auch eine Masern-Epidemie. Seit Jahresanfang seien mehr als 1.500 Menschen an der Krankheit gestorben. Masern könnten nur durch Impfungen eingedämmt werden, da es keine antivirale Behandlung gebe, erklärte die Organisation in Berlin. Weil die Impfrate bisher sehr gering sei, müsse dringend ein Versorgungssystem aufgebaut werden.

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