Hausarrest für russischen Investigativjournalist aufgehoben

Iwan Golunow ist wieder frei. Das teilte die Organisation "Reporter ohne Grenzen" am Mittwoch mit. Der Journalist war wegen angeblichen Drogenbesitzes festgenommen worden. Er arbeitet an einer Geschichte über Korruption in Moskau.

Das russische Innenministerium hat die Anschuldigungen gegen den Investigativjournalisten Iwan Golunow laut der Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) fallengelassen. ROG-Geschäftsführer Christian Mihr begrüßte die Entwicklungen in Moskau: "An Golunows Unschuld bestand für uns kein Zweifel, wir freuen uns sehr, dass er wieder frei ist", sagte er am Mittwoch in Berlin.

Golunow wurde vergangene Woche wegen angeblichen Drogenbesitzes festgenommen und unter dem Verdacht des Drogenhandels unter Hausarrest gestellt. Kritiker vermuteten, die Drogen seien dem Investigativreporter untergeschoben worden. Der 36-jährige Journalist recherchierte zuletzt zu Korruption unter hochrangigen Beamten in Moskau. Er arbeitet für das Onlineportal "Medusa".

Mihr mahnte, nun sei es wichtig, "dass die Verantwortlichen für seine Festnahme gefunden werden und die Ermittlungen nicht im Sande verlaufen, sobald die internationale Aufmerksamkeit für den Fall nachlässt."

Nach der Festnahme des regierungskritischen Reporters war die Solidarität in Russland groß: Die Zeitungen "Kommersant", "Wedomosti" und "RBK" veröffentlichten Titelblätter mit dem Slogan "Wir sind Iwan Golunow". In Moskau demonstrierten Journalisten vor dem Innenministerium, auch in den sozialen Medien gibt es viel Kritik am Vorgehen der russischen Behörden.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit der "Reporter ohne Grenzen" steht Russland auf Platz 149 von 180. Der Kreml habe die landesweiten Fernsehsender weitgehend unter seine Kontrolle gebracht, heißt es dort. Kritische Medien stünden regelmäßig unter Druck, Journalisten müssten mit Gewalt oder gezielten Anschlägen rechnen, die meist straffrei blieben.

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