Högel-Prozess: Auch Nebenkläger fordern lebenslange Haft

epd-bild/Julian Stratenschulte/dpa-Pool

Ex-Pfleger Niels Högel beim Prozessauftakt (Archivbild)

Ex-Pfleger Niels Högel beim Prozessauftakt (Archivbild)

Im Prozess gegen den früheren Krankenpfleger Niels Högel haben am Freitag alle Nebenklage-Anwälte eine lebenslanger Haft wegen 97 Morden gefordert.

Außerdem müsse die besondere Schwere der Taten festgestellt werden. Damit schlossen sich die Vertreter der Angehörigen der Opfer einhellig dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft an. Drei Nebenklagevertreter forderten zudem eine an die Haft anschließende Sicherheitsverwahrung. In dem Prozess vertreten 17 Anwältinnen und Anwälte insgesamt rund 120 Nebenkläger. (Az: 5Ks 1/18)

Bislang 43 Mordvorwürfe eingeräumt

Ursprünglich hatte die Anklage Högel vorgeworfen, aus Geltungssucht zwischen den Jahren 2000 und 2005 in Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst insgesamt 100 Patienten vergiftet zu haben. Anschließend versuchte er, seine Opfer zu reanimieren, um vor den Kollegen als kompetenter Retter zu glänzen. In drei Fällen schätzten Staatsanwaltschaft und die Vertreter der Nebenkläger die Beweislage als nicht ausreichend für eine Verurteilung ein. Högel hat bislang 43 Mordvorwürfe eingeräumt.

Am 5. Juni wird der Prozess mit den Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt. Dann hat Högel auch das Recht des letzten Wortes. Der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann kündigte das Urteil für den 6. Juni an.

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