28 Internet-Angebote konkurrieren um den Online Grimme Award

Für die Medienauszeichnung Grimme Online Award sind in diesem Jahr 28 Internet-Angebote nominiert. Die Anwärter wurden aus etwa 1.200 Einreichungen ausgewählt, wie die Nominierungskommission am Donnerstag in Köln mitteilte.

Dabei habe es allerdings wenig innovative Formate unter den Bewerbern gegeben, hieß es. Gleichwohl zeige sich "viel Qualität in der Breite der Netzangebote". Die nominierten Beiträge gehen in vier Kategorien an den Start, bis zu acht Preisträger können von einer Jury benannt werden. Vergeben werden die undotierten Preise am 19. Juni in der Kölner Flora.

Die Direktorin des in Marl ansässigen Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, hob die "zentrale gesellschaftliche Bedeutung" von aktuell und seriös recherchierten Informationen hervor. "Deshalb freue ich mich, dass die Nominierungen beim Grimme Online Award die politische Seite des Netzes in den Vordergrund rücken, etwa die Gentrifizierung unserer Städte in den Blick nehmen oder auch die Rechtspopulisten in unseren Parlamenten."

Hohe publizistische Qualität

Insgesamt stellte die Nominierungskommission neben der hohen publizistischen Qualität in der Breite der Netzangebote auch "passgenaue Darstellungsformen" fest - Inhalt und Form korrespondierten immer besser. Auch Anwendungen aus den Bereichen Augmented und Virtual Reality (Erweiterte und Virtuelle Realität, VR) seien keine Ausnahmeerscheinungen mehr. Zudem seien Podcasts mittlerweile "zu einer festen Größe im Repertoire der Netz-Publizistik geworden". Schmerzlich vermisst würden allerdings Inhalte für die jüngsten Netznutzer, erklärte die Kommission. Die Kinder-Angebote im Internet seien "zu wenig, zu lieblos, zu uninspiriert".

Nominiert wurden in der Kategorie "Information" unter anderem das Recherchenetzwerk "Krautreporter" sowie das Projekt "Wem gehört Hamburg?", bei dem das "Hamburger Abendblatt" und das Recherchekollektiv "Correctiv" den Wohnungsmarkt in der Hansestadt unter die Lupe nahmen. In der Sparte "Wissen und Bildung" wählte die Kommission das Angebot "pillepalla.info" aus, mit dem über die Folgen und Nebenwirkungen der Antibabypille informiert wird.

Preisverleihung in Köln

Auch der virtuelle Bergwerksbesuch "WDR Bergwerk in 360 Grad und VR" wurde nominiert. Der YouTube-Kanal "Einigkeit & Rap & Freiheit" erhielt eine Nominierung im Bereich "Kultur und Unterhaltung". In dem Kanal kommen Deutsch-Rapper zu Wort, die sich neben ihrer Musik auch zu Themen wie Klimawandel oder Antisemitismus äußern.

Zugleich startete mit der Bekanntgabe der Nominierungen auch die Abstimmung zum Publikumspreis (www.grimme-online-award.de/voting). Die Abstimmung ist bis einschließlich 12. Juni möglich. Alle Preisträger werden erst bei der Preisverleihung in Köln bekanntgegeben.

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