Rechtsmotivierte Hassgewalt nimmt in Sachsen zu

Hassgewalt nimmt in Sachsen zu

Stefan Boness/VISUM

DEU, Deutschland, Germany, Brandenburg, Cottbus, 19.08.2018
Demonstrant mit t-shirt Pegida Sachsen Deutsche Heimat auf der Demonstration rechter Gruppen der Organisation und vom Verein Zukunft Heimat unter dem Motto Eine Wende ist Moeglich auf dem Altmarkt in Cottbus, Brandenburg. Ca. 2000 rechte Protestler demonstrieren gegen die sog. Islamisierung und die Aufnahme von Migranten in der Stadt. Zukunft Heimat ist Bindeglied von populistischen bis zu rechtsextremen Organisationen und steht in der Tradition von Pegida, Patriotische Europaeer Gegen die Islamisierung des Abendlandes. Beide sind Gruppen, die eine Islamisierung Deutschlands und Europas behaupteen und ablehnen.
Supporters and Demonstrants with Pegida Sachsen Deutsche Heimat at a rally of German right-wing organisation Zukunft Heimat, Homeland Future in Cottbus, Brandenburg, Germany. The protest stands in the tradition of the populist Pegida movement. The Anti-Islam protest is inspired by the protest against Fundamentalist Islam formed in Dresden last year; right wing groups try to get influence into this new social movement, which has also begun spreading to other cities in Germany

Die Gewalt hat im Untersuchungszeitraum zwischen 2011 und 2016 stark zugenommen. Gleichzeitig stieg das Durchschnittsalter der Täter.

Rechtsmotivierte Hassgewalt hat sich einer Studie zufolge in Sachsen erheblich verändert. Im Untersuchungszeitraum von 2011 bis 2016 habe die Gewalt nicht nur stark zugenommen, die Täter wiesen im Vergleich zu früheren Erhebungen ein deutlich höheres Durchschnittsalter auf, erklärte Extremismusforscher Uwe Backes am Montag in Dresden. Mit den gestiegenen Flüchtlingszahlen 2015 in Deutschland seien offenbar Personen "in einen Strudel der Radikalisierung" geraten, die unter anderen Bedingungen wohl eher nicht gewalttätig geworden wären.

Eine gewachsene Radikalisierung, Polarisierung und Mobilisierung sei Ergebnis von erheblichen Defiziten bei der "moderierenden Konfliktregulierung". Die Studie "Rechte Hassgewalt in Sachsen - Entwicklungstrends und Radikalisierung" wurde von Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) in Auftrag gegeben. Köpping zufolge kommt es gerade im Bereich der rechtsmotivierten Gewalt immer häufiger zu spontanen anlassbezogenen Taten wie im vergangenen Jahr in Chemnitz.

Die Hassgewalt - wissenschaftlich betrachtet die Gewalt gegen Personen mit aus Tätersicht schädlichen Eigenschaften unabhängig von deren Verhalten - habe 2015 stark zugenommen und auch im Jahr danach auf hohem Niveau angehalten, erklärte Backes. Dabei habe sich rechtsmotivierte Gewalt überwiegend als städtisches Phänomen erwiesen.

Die Studie setzt Backes zufolge beim unmittelbaren Gewaltgeschehen an und kombiniert quantitative und qualitative Methoden. Grundlage für die Untersuchung seien vor allem die polizeiliche Statistik Politisch Motivierter Kriminalität, Polizei- und Justizakten sowie Täter- und Opferinterviews.

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