Immer weniger Langzeitarbeitslose finden regulären Job

epd-bild/Norbert Neetz

Jobcenter (Archivbild)

Jobcenter (Archivbild)

Der Anteil der Menschen, die aus einer längeren Arbeitslosigkeit heraus eine reguläre Stelle finden, geht weiter zurück. Die Linke fordert die Regierung auf, deutlich mehr für Langzeitarbeitslose zu tun.

Trotz Rekordbeschäftigung finden immer weniger Langzeitarbeitslose einen regulären Job. Im vergangenen Jahr waren es 145.420 Menschen und damit weniger als in den Jahren zuvor. Das geht aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt und über die zuerst die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) berichtet hatte. Danach wurden im vergangenen Jahr 15.000 Langzeitarbeitslose weniger als noch 2017 in eine reguläre Stelle vermittelt, 30.000 weniger als 2016 und 40.000 weniger als 2015.

Zwar sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen laut BA-Statistik insgesamt von knapp 1.040.000 im Jahresdurchschnitt 2015 auf 813.400 im Jahresdurchschnitt 2018. Zugleich wurde aber auch der Anteil derjenigen kleiner, die wegen eines regulären Jobs aus der Statistik gestrichen wurden: 2015 waren es 13,2 Prozent, 2016 und 2017 jeweils gut zwölf Prozent und im vergangenen Jahr nur noch 11,7 Prozent.

"Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik" notwendig

Zum Vergleich: Von den Nichtlangzeitarbeitslosen fanden im vergangenen Jahr 30,5 Prozent eine reguläre Stelle. Die Langzeitarbeitslosen, die ein Jahr oder länger ohne Job bleiben, machen gut ein Drittel (35 Prozent) aller Erwerbslosen aus.

Der überwiegende Teil wurde den Angaben zufolge wegen Arbeitsunfähigkeit (450.000) oder der Teilnahme an Weiterbildungen oder anderen Maßnahmen (270.000) nicht länger als arbeitslos geführt. Knapp 40.000 Langzeitarbeitslose schieden ganz aus dem Erwerbsleben aus. In geförderte Jobs wurden 40.600 Menschen vermittelt. In die Selbstständigkeit wechselten 8.800 Langzeitarbeitslose.

Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, forderte die Bundesregierung auf, deutlich mehr für Langzeiterwerbslose zu tun. Notwendig sei "eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik" mit "ausreichend Geld zur Unterstützung", erklärte sie. Arbeitgeber sollten stärker als bislang die Einstellung von Langzeiterwerbslosen in Erwägung ziehen. Die Bundesregierung hat ein Programm aufgelegt, das öffentliche und private Arbeitgeber mit hohen Zuschüssen fördert, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen.

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