Kenia: Empörung über Kosten für Grenzzaun zu Somalia

Abgeordnete im kenianischen Parlament fordern eine Untersuchung des Zaunbaus an der Grenze zu Somalia.

Damit reagieren sie auf einen Bericht, der die Kosten für die ersten zehn Kilometer des einfachen Maschendrahtzauns mit knapp 30 Millionen Euro beziffert. Sowohl die Antikorruptionsbehörde als auch die Staatsanwaltschaft müssten der mutmaßlichen Veruntreuung der Gelder nachgehen, forderten die Abgeordneten in der Tageszeitung "Daily Nation" vom Donnerstag. Vor dem Hintergrund von Überfällen der somalischen Terrorgruppe Al-Shabaab hatte das Parlament 2014 den Bau der Grenzbefestigung beschlossen, die 700 Kilometer lang werden soll.

Aus Kostengründen hatte die Regierung 2015 den zunächst geplanten Bau einer Mauer verworfen und stattdessen mit dem Bau des Zaunes begonnen. Mehrere Abgeordnete, darunter der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei, forderten am Donnerstag, den Bau zu stoppen. Man dürfe nicht zulassen, dass einige wenige Personen sich an öffentlichen Geldern bereicherten, die zum Schutz vor Terroristen gedacht seien. Andere Abgeordnete stellten grundsätzlich den Sinn eines Zauns zur Terrorabwehr in Frage und unterstützten entsprechende Kritik von nichtstaatlichen Organisationen.

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