"Reporter ohne Grenzen" setzt Zeichen gegen Internetzensur

epd-bild / Ralf Maro

Demonstration von "Reporter ohne Grenzen" vor Berliner chinesischer Botschaft (Archivbild)

Demonstration von "Reporter ohne Grenzen" vor Berliner chinesischer Botschaft (Archivbild)

"Reporter ohne Grenzen" (ROG) hat nach eigenen Angaben drei zensierte Online-Medien in Saudi-Arabien, Pakistan und China wieder zugänglich gemacht.

Mit der Aktion #CollateralFreedom seien seit 2015 bereits 22 gesperrte Internetseiten in zwölf Ländern wieder entsperrt worden, erklärte die Journalistenorganisation am Dienstag anlässlich des Welttages gegen Internetzensur. Vielen Menschen sei so die Möglichkeit gegeben worden, sich frei zu informieren. Die entsperrten Seiten hätten in den vergangenen vier Jahren 142 Millionen Besuche verzeichnet.

"In zahlreichen Ländern der Welt gibt es kein freies Internet", beklagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. Die Aktion setze dem mehr als nur ein symbolisches Zeichen entgegen. Mihr machte darauf aufmerksam, dass ein solches Projekt nur mit der Hilfe von Hackern realisiert werden könne, die sich der Pressefreiheit verschrieben hätten. Diese Zusammenarbeit von Web-Entwicklern und Menschenrechtsaktivisten zeige, dass Solidarität das beste Mittel gegen Online-Zensur sei.

Um die gesperrten Seiten zugänglich zu machen, legt "Reporter ohne Grenzen" exakte und ständig aktualisierte Kopien auf den Cloud-Servern großer Anbieter an. Um die Seiten wieder zu sperren, müssten die Regierungen die gesamten Cloud-Dienste blockieren. Da aber viele weitere Unternehmen auf diese Dienste angewiesen seien, scheuten die Regierungen häufig vor diesem Schritt zurück, um keine "Kollateralschäden" in Kauf nehmen zu müssen. In diesem Jahr seien "ALQST" aus Saudi-Arabien, "Safenewsroom.org" aus Pakistan und die "China Digital Times" entsperrt worden. Während "ALQST" sich mit Menschenrechtsverletzungen auseinandersetzt, decken die beiden anderen Portale vor allem Medienzensur auf.

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