Klima-Demos von Schülern erhalten Rückenwind aus der Wissenschaft

epd-bild/Christian Ditsch

Schülerstreik FridaysForFuture in Berlin (Archivbild)

Schülerstreik FridaysForFuture in Berlin (Archivbild)

Eine Bewegung von Wissenschaftlern hat sich hinter die Forderungen der für mehr Klimaschutz streikenden Schüler gestellt.

Auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse könne man sagen, deren Anliegen seien berechtigt und gut begründet, heißt es in einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Stellungnahme der "Scientists4Future". Nach Angaben der Initiatoren unterstützen mehr als 12.000 Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Appell, der die Politik zu mehr Klimaschutzmaßnahmen auffordert.

"Wir sind die Profis und wir sagen: Die junge Generation hat recht", sagte der Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, Volker Quaschning. Er spielte damit auf die Äußerungen von FDP-Chef Christian Lindner an, der mit Blick auf die Schülerproteste erklärt hatte, Klimaschutz solle den Profis überlassen werden.

Konsequentes Handeln

Quaschning forderte vor allem konsequentes Handeln bei der Energiewende. In Deutschland sei die Energiegewinnung aus fossilen Ressourcen für den überwiegenden Teil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die Initiative fordert einen Kohleausstieg bis 2030 bei gleichzeitiger Reduzierung der Energiegewinnung durch Erdöl und Erdgas. Es sei technologisch machbar und ökologisch sinnvoll, sagten Quaschning und die Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU), Maja Göpel, die den Aufruf ebenfalls unterstützt.

Maßnahmen seien dringend indiziert, "wenn Mutter Erde fiebert", sagte der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen. Er verwies auf Ernährungsgewohnheiten. Wenn Menschen mehr auf Fleisch und Fett verzichteten, täten sie nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit, sagte er. Oft gehe es in der Diskussion um Verzicht. Dabei gehe es auch um Lebensqualität für die Menschen selbst.

Die Schüler von "Fridays for Future", die für diesen Freitag wieder zu Demonstrationen aufgerufen haben, begrüßten die Unterstützung für ihr Anliegen. "Wir hören jetzt auch von der Wissenschaft, dass es Zeit ist, zu handeln", sagte die Schülerin Luisa Neubauer. Noch habe sich die Politik nicht bewegt. "Wir werden weiter streiken", kündigte sie an.

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