Steinmeier nach Südamerika aufgebrochen

epd-bild / Gustavo Alabiso

Steinmeier ist zu seiner Südamerika-Reise aufgebrochen (Symbolbild).

Steinmeier ist zu seiner Südamerika-Reise aufgebrochen (Symbolbild).

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Montag zu seiner ersten Südamerika-Reise als deutsches Staatsoberhaupt aufgebrochen.

Bis Freitag besucht er Kolumbien und Ecuador. Neben dem Friedensprozess in Kolumbien sind die Themen Umwelt- und Artenschutz Schwerpunkte der Reise. Dabei wird Steinmeier auch den Galápagos-Inseln einen Besuch abstatten. Geprägt wird die Reise auch von der aktuellen Situation in Venezuela.

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá trifft Steinmeier am Dienstag Präsident Iván Duque und Beteiligte an der Umsetzung des Friedensprozesses. Nach dem Bombenschlag in Kolumbien mit 21 Toten und dem darauffolgenden Stopp der Gespräche zwischen Regierung und der Guerilla ELN hat der Friedensprozess einen Rückschlag erlitten. Steinmeier, der seine letzte Reise vor zwei Jahren als Außenminister nach Kolumbien unternommen hatte, will seine Unterstützung für weitere Friedensbemühungen übermitteln, wie es aus dem Bundespräsidialamt in Berlin hieß. Er wird auf seiner Reise unter anderen vom Kolumbien-Beauftragten der Bundesregierung, Tom Koenigs, begleitet.

Friedensforscher: Prozess in Kolumbien braucht langen Atem

Der Leiter des maßgeblich von Deutschland geförderten Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts "Capaz", Stefan Peters, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), der Bombenanschlag der ELN habe auf grausame Weise deutlich gemacht, "dass der Friedensprozess einen langen Atem braucht sowie die Kraft, auch blutige Rückschläge wegzustecken". Das Attentat sei Wasser auf die Mühlen der Skeptiker des Friedensprozesses gewesen.

Es gebe noch große Herausforderungen für die Stabilisierung eines nachhaltigen Friedens, sagte der Gießener Friedensforscher, der Steinmeier am Dienstag in seinem Institut in Bogotá begrüßen wird. Er beklagte unter anderem systematische Gewalt seitens verschiedener illegaler Akteure gegen soziale Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger insbesondere auf dem Land und in abgelegenen Regionen.

Besuch der Galápagos-Inseln

In Ecuador wird der Bundespräsident das dortige Alexander-von-Humboldt-Jahr mit einer Rede eröffnen. Der Naturforscher, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiern würde, reiste zu Lebzeiten vor allem durch Südamerika. Auf seinen Spuren wird Steinmeier als erster Bundespräsident auch die Galápagos-Inseln besuchen und sich über die dortigen Bemühungen im Umweltschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt informieren.

Bei allen politischen Gesprächen will Steinmeier nach Angaben aus dem Bundespräsidialamt auch die Entwicklungen in Venezuela ansprechen. In Bogotá und der ecuadorianischen Hauptstadt Quito will der Bundespräsident zudem Aufnahmeeinrichtungen für venezolanische Flüchtlinge besuchen.

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