Venezolanische Ärzte fordern Einfuhr von Hilfsgütern

Venezolanische Ärzte haben auf die prekäre Situation in Krankenhäusern aufmerksam gemacht. Präsident Nicolás Maduro verweigert die Einfuhr von Hilfslieferungen.

Venezolanische Ärzte haben auf der Grenzbrücke zu Kolumbien die Einfuhr von Hilfslieferungen gefordert. Die rund 50 Ärzte machten auf die prekäre Situation in den staatlichen und privaten Krankenhäusern aufmerksam, wie die Tageszeitung "El Universal" am Montag (Ortszeit) berichtete. Die Ärzte gaben an, ganz bewusst auf der kolumbianischen Seite der Grenze zu demonstrieren, da sie sonst mit Repressalien rechnen müssten. Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Viele Lebensmittel und Medikamente sind knapp.

Das venezolanische Militär blockiert die Tienditas-Grenzbrücke zwischen Kolumbien und Venezuela. In der kolumbianischen Grenzstadt Cucuta sind etwa 100 Tonnen Hilfsgüter mit Lebensmitteln und Medikamenten eingetroffen. Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro verweigert jedoch die Einfuhr der Hilfsgüter. Er spricht von einer "Show", mit der das venezolanische Volk gedemütigt werden solle. Zugleich sieht er in der Einfuhr der Hilfsgüter einen Vorwand für eine US-Militärintervention.

Militär ist Maduros stärkste Machtbasis

Maduro besuchte am Sonntag eine Streitkräftebasis, wo Luftabwehrraketen installiert sind. "Wir verteidigen hier das Recht auf Frieden der heutigen und zukünftigen Generationen", sagte er. Gleichzeitig lobte er die Loyalität der Streitkräfte. Das Militär ist Maduros stärkste Machtbasis. Mehrere ranghohe Militärs haben inzwischen aber der Opposition ihre Unterstützung zugesagt. 90 Prozent der Streitkräfte seien unzufrieden, erklärte der Oberst und Militärarzt Rubén Paz Jiménez, der sich am Sonntag auf die Seite der Opposition stellte.

Oppositionsführer Juan Guaidó rief für Dienstag zu landesweiten Protesten zusammen mit den Studenten auf. "Wir gehen erneut auf die Straße am Tag der Jugend und senden eine Nachricht an unsere Streitkräfte", schrieb der selbst ernannte Interimspräsident auf Twitter. Guaidó hatte mehrfach an das Militär appelliert, sich "auf die Seite der Verfassung" zu stellen. Das von Maduro entmachtete Parlament hatte ein Amnestiegesetz verabschiedet, dass allen Militärs Straffreiheit gewährt, wenn sie die Verfassung anerkennen.

Guaidó hatte sich im politischen Machtkampf mit Maduro am 23. Januar 2019 zum Übergangsstaatschef ausgerufen. Inzwischen haben ihn mehr als 40 Länder als legitimen Interimsstaatschef anerkannt, darunter Kanada, viele lateinamerikanische Länder sowie zahlreiche EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich und Spanien.

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