Protest gegen ungleiche Verteilung von Agrarsubventionen

epd-bild/Christian Ditsch

Einweihung "Mahnmal der ungerechten Agrarsubventionen"

Einweihung "Mahnmal der ungerechten Agrarsubventionen"

Das Bündnis "Wir haben es satt" hat in Berlin ein Mahnmal gegen die ungerechte Verteilung der Flächensubventionen in Deutschland enthüllt.
Deutschland spricht 2019

Vertreter des industriekritischen Bündnisses "Wir haben es satt!" haben am Mittwoch in Berlin vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium ein Mahnmal gegen die unfaire Verteilung von EU-Agrarsubventionen enthüllt. Es sei absurd, dass Großbetriebe mit Steuergeldern für ihren Landbesitz bezahlt werden, erklärte die Sprecherin von "Wir haben es satt!", Saskia Richartz, bei der Aktion. Anstatt weiter Geld zu verbrennen, sollte "der gesellschaftlich gewollte Umbau der Landwirtschaft hin zu mehr Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz finanziert werden". Für Samstag hat "Wir haben es satt!" zu einer Demonstration in Berlin für eine Reform der Agrarpolitik aufgerufen. Dazu werden rund 10.000 Menschen erwartet.

"Wer viel hat, dem wird gegeben"

Das am Mittwoch vor dem Landwirtschaftsministerium enthüllte Mahnmal zeige im Maßstab 1:87 die ungerechte Verteilung der Flächensubventionen in Deutschland, hieß es weiter. Darauf ist in einem Modellbau-Szenario zu sehen, wie ein einzelner Landwirt auf einem Geldturm sitzt gegenüber einer ganzen Schar an Bauern, die jeweils nur über ein einzelnes Geldstück verfügen. Das "weltweit kleinste Agrar-Mahnmal" soll am Samstag bei einer internationalen Agrarministerkonferenz im Auswärtigen Amt an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) überreicht werden.

Richartz betonte, "wir alle in Europa tragen durchschnittlich 114 Euro im Jahr zu den Agrarsubventionen bei". Dabei laute das Prinzip der insgesamt 60 Milliarden Euro umfassenden EU-Agrarsubventionen: "Wer viel hat, dem wird gegeben", kritisierte Richartz. Für Deutschland bedeute dies, dass die 3.300 flächenreichsten Betriebe, das oberste Prozent, insgesamt eine Milliarde Euro pro Jahr aus den Mitteln der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik erhalte. Die 200.000 kleinsten Betriebe erhielten zusammen nur 690 Millionen Euro pro Jahr.

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