Weihnachtsbotschaften: "Friede auf Erden ist keine Utopie"

epd-bild / Rainer Oettel

Weihnachtskrippe

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Die Hoffnung auf Frieden in den Krisenregionen dieser Erde haben mehrere Bischöfe in den ersten Weihnachtsbotschaften zum Ausdruck gebracht. Die Feier der Geburt Jesu sei ein unvergleichliches Symbol für Mut und Nächstenliebe.

Mehrere evangelische Kirchen haben in ihren Weihnachtsbotschaften die Hoffnung auf globalen Frieden in den Mittelpunkt gestellt. Der Weltteil, in dem Jesus geboren wurde, werde weiterhin beherrscht von Krieg und Geschrei, beklagte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister, am Donnerstag. Meister und weitere Kirchenleiter riefen mit Blick auf die vielen Krisenherde auf der Welt dazu auf, sich nicht entmutigen zu lassen. Weihnachten sei ein Zeichen der Hoffnung für die Welt.

Meister, der auch hannoverscher Landesbischof ist, zitierte den am Donnerstag von der Internationalen Raumstation zurückgekehrten deutschen Astronauten Alexander Gerst. Dieser hatte am 13. November zu einem Foto der Nahost-Region getwittert: "Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, dass es einen solch tragischen Unterschied zwischen dem gibt, wie unser Planet von außen aussieht und was tatsächlich an vielen Orten am Boden passiert. ( ) Wie würden wir all dies einem interplanetaren Besucher erklären?" Die VELKD repräsentiert rund neun Millionen Gemeindemitglieder.

Weihnachten als Befreiung

Der rheinische Präses Manfred Rekowski sieht in Weihnachten eine große Befreiung: "Friede auf Erden ist keine Utopie, sondern hat seinen konkreten Ort auf Erden." Die Menschwerdung Gottes durch Jesu Geburt eröffne den Menschen neue Möglichkeiten, erklärte Rekowski am Donnerstag in Düsseldorf. "Die Machtfrage wird neu gestellt, die Spielregeln der Welt werden radikal verändert."

Mit den Worten "Mensch. Fürchte Dich nicht!" erinnerte der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July an die zentrale Botschaft des Weihnachtsfests. Gott komme zu Weihnachten als Kind zu den Menschen, "hilflos, arm, zerbrechlich", so July in seiner in Stuttgart veröffentlichten Weihnachtsbotschaft. Viele Menschen ärgerten sich über persönliche Dinge, politische Entscheidungen oder rücksichtslose Egoisten dieser Welt. Oft stecke hinter solchem Ärger auch Angst. Weihnachten setze hier ein unvergleichliches Zeichen für Mut und Nächstenliebe - und gegen die Angst.

Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns warnte in seiner Weihnachtsbotschaft davor, in Politik und Gesellschaft das Feld den Schwarzmalern zu überlassen. Trotz terroristischer Anschläge, politischer Turbulenzen wie dem Brexit oder Enttäuschungen beim jüngsten Weltklimagipfel dürfe die Verzweiflung nicht das letzte Wort behalten, mahnte der evangelische Theologe am Mittwoch in Wolfenbüttel: "Lassen wir uns nicht anstecken von den Propheten des Untergangs."

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