dpa baut spanischen Dienst um und streicht Textreporter-Stellen

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) baut das Angebot ihres spanischen Dienstes um und streicht Stellen für Textreporter. Die Berichterstattung werde ab Anfang 2019 deutlich stärker auf visuelle Inhalte ausgerichtet, teilte ein dpa-Sprecher dem epd auf Nachfrage mit.

Mit diesem Schritt reagiere die dpa auf den zunehmenden Wunsch von Kunden nach einem Ausbau des Angebots an Bewegtbild und Foto. Bis zu 40 der bislang 50 Mitarbeiter des spanischen Dienstes könnten durch die Neuausrichtung ihren Job verlieren, wie der dpa-Sprecher sagte.

Der spanische Dienst werde vom neu gegründeten Visual Desk im Berliner Newsroom der Agentur und wie bisher vom Fotohub in Buenos Aires organisiert. Künftig sollen verstärkt Videos und Fotos aus der spanischsprachigen Welt angeboten werden. Gleichzeitig werde "in anderer Form als bisher ein qualifizierter Textdienst weitergeführt", der jedoch nicht mehr eine Produktion vor Ort vorsehe. Stattdessen werde sich der Dienst stärker als bisher auch auf die bereits vorhandene Berichterstattung der anderen dpa-Dienste in Deutsch, Englisch und Arabisch stützen.

Feste und freie Mitarbeiter

"In der Neuorientierung sehen wir als dpa die Möglichkeit, unseren spanischen Dienst als einen wichtigen Komplementäranbieter im spanischsprachigen Markt weiterzuführen und gleichzeitig die internationalen Bilder- und Videodienste der Agentur zu stärken", erklärte dpa-Chefredakteur Sven Gösmann.

Die Büros des Dienstes in Buenos Aires, Rio de Janeiro, Bogotá, Mexiko-Stadt, Havanna und Madrid bleiben laut dpa-Sprecher als Korrespondentenplätze erhalten. Ferner arbeiten feste und freie Mitarbeiter der dpa in der spanischsprachigen Welt den Regionalhubs in Buenos Aires und Madrid zu. Allerdings müssten Stellen reiner Textreporter entfallen. "Wir bedauern das sehr und sind in konstruktiven Gesprächen mit den betroffenen Mitarbeitern über eine sozialverträgliche Lösung", sagte Gösmann.

Die dpa betreibt ihren spanischsprachigen Nachrichtendienst seit fast fünf Jahrzehnten. Redaktionsteams in Madrid und Buenos Aires sowie spanischsprachige Korrespondenten in aller Welt liefern bislang rund 280 Meldungen pro Tag über internationale bedeutende Ereignisse an mehr als 200 Kunden in mehr als 20 Ländern Lateinamerikas, Europas und den USA.

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