UN-Hilfswerk muss 14 Millionen Menschen im Jemen versorgen

Das Welternährungsprogramm will ein Massensterben im Jemen abwenden, dort drohe die aktuell größte Hungersnot der Welt.

Angesichts der verheerenden Hungerkrise im Jemen will das Welternährungsprogramm (WFP) seine Hilfslieferungen in dem arabischen Land nahezu verdoppeln. Künftig sollen 14 Millionen Menschen jeden Monat Essensrationen erhalten, kündigte WFP-Sprecher Herve Verhoosel am Freitag in Genf an. Bislang hat das WFP sieben bis acht Millionen Menschen versorgt.

Die Aufstockung der Hilfe soll nach Angaben der UN-Organisation ein Massensterben abwenden. Im Jemen droht die aktuell größte Hungersnot der Welt. Die Lage von Millionen Kindern, Frauen und Männern verschlimmere sich jeden Tag durch eine von Menschen gemachte Krise.

Logistische Großanstrengung

Verhoosel betonte, dass die Erhöhung der Hilfe eine großangelegte logistische Operation erfordere. Das WFP benötige zusätzliche Mitarbeiter, Transportmöglichkeiten, Sicherheitsvorkehrungen und Finanzmittel.

Als Hauptgrund für die Not im Jemen nennt das WFP den Krieg, den die Regierung und die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen führen. Der Konflikt hat zum Kollaps der Wirtschaft geführt und macht die Lieferung von Hilfsgütern oft unmöglich. Das WFP prangerte auch die heftigen Kämpfe um die Hafenstadt Hodeidah an, über die normalerweise die meisten Einfuhren abgewickelt werden.

In dem Krieg wurden seit 2015 nach UN-Angaben mindestens 6.660 Zivilisten getötet und mehr als 10.000 verletzt. 22 Millionen Menschen, 80 Prozent der Einwohner, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Bei einem Cholera-Ausbruch erkrankten mehr als eine Million Menschen.

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