Erinnerung an "Schicksalstag der Deutschen"

epd-bild / Daniel Peter

Josef Schuster bei der Gedenkfeier in Würzburg

Josef Schuster bei der Gedenkfeier in Würzburg

Bundespräsident Steinmeier spricht im Bundestag zum 9. November.

Eine Gedenkstunde im Bundestag und eine zentrale Gedenkveranstaltung des Zentralrats der Juden in Deutschland stehen heute im Zentrum der Erinnerung an den 9. November. Am Morgen spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Parlament in Berlin über den "Schicksalstag der Deutschen". Die Rede hält das Staatsoberhaupt an einem historisch bedeutsamen Ort: Vor 100 Jahren, am 9. November 1918, hatte der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann vom Reichstagsgebäude aus die erste deutsche Republik ausgerufen.

Gedenktag mit Widersprüchen

Zugleich steht der Tag auch für eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte: Am 9. November 1938 inszenierten die Nationalsozialisten die reichsweiten Pogrome gegen die Juden. Die gewaltsame Verfolgung und spätere Vernichtung der jüdischen Bevölkerung nahm damit ihren Anfang. Mit der DDR-Grenzöffnung am 9. November 1989 wiederum wurde der friedlichen Vereinigung der beiden deutschen Staaten der Weg geebnet.

Spitzenvertreter der großen Kirchen und der Zentralrat der Juden hatten bereits am Donnerstagabend in Würzburg der Pogromnacht vor 80 Jahren gedacht. Neben dem Zentralratspräsidenten Josef Schuster nahmen an der Gedenkfeier am ehemaligen Standort der Hauptsynagoge auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, teil. Bedford-Strohm und Marx betonten die Schuld der Kirchen während des NS-Regimes.

Kanzlerin spricht in Synagoge

Am Freitagvormittag beim zentralen Gedenken an die Judenverfolgung in Berllin werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Präsident des Zentralrats, Schuster, Ansprachen halten. Weitere hochrangige Politiker und prominente Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kirchen und Gesellschaft werden in der Synagoge Rykestraße erwartet.

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