Norwegen will auf Buchmesse 2019 Kulturbündnisse schmieden

epd-bild/Heike Lyding

Der neue "Frankfurt Pavilion" auf der Buchmesse

Der neue "Frankfurt Pavilion" auf der Buchmesse

Das Interesse an der norwegischen Literatur sei seit Jostein Gaarders Bestseller "Sofies Welt" Anfang der 1990er Jahre stetig gewachsen, sagt die Organisatorin.

Der Gastlandauftritt Norwegens auf der Frankfurter Buchmesse 2019 bietet nach den Worten von Kulturministerin Trine Skei Grande eine herausragende Chance. "Unsere Autoren und Künstler können an einer globalen Diskussion über Kunst, Meinungsfreiheit und unsere gemeinsame globale Zukunft teilnehmen", sagte Grande am Donnerstag auf der Buchmesse. Die norwegischen Autoren wollten Frankfurt als "Rednerpult" nutzen, um für liberale Werte einzutreten und kulturelle Bündnisse zu schmieden. Außerdem erhoffe sich das Land auch einen Schub für Übersetzungen und Veröffentlichungsrechte.

Der Gastlandauftritt Norwegens 2019 steht unter dem Motto "Der Traum in uns" nach einem Gedicht von Olav H. Hauge (1908-1994). Das Interesse an der norwegischen Literatur sei seit Jostein Gaarders Bestseller "Sofies Welt" Anfang der 1990er Jahre stetig gewachsen, sagte Margit Walso, Direktorin der Organisation "Norwegian Literature Abroad" (Norla), die den Ehrengastauftritt organisiert. Inzwischen sei der Erfolg überwältigend.

"Leben der Bienen" meistverkauftes Buch

2017 seien etwa 540 Titel erschienen, deren Übersetzung Norla mit finanziert habe. Im gleichen Jahr seien weltweit rund 1.000 norwegische Titel in einer Fremdsprache veröffentlicht worden. Alleine das Buch "Das Leben der Bienen" von Maja Lunde sei in 34 Sprachen übersetzt worden und 2017 in Deutschland das meistverkaufte Buch gewesen.

Das Ehrengastprogramm 2019 wolle auf den Erfolgen von Autoren wie Lunde, Linn Ullmann, Ove Knausgard oder Jo Nesbo aufbauen, die Stellung der norwegischen Literatur in Deutschland festigen und neue Stimmen auf den deutschsprachigen Buchmarkt bringen, sagte Walso. Ziel sei auch, über das norwegische Literatursystem zu informieren. Dieses System kennt zum Beispiel Stipendien für junge Autoren, eine Buchpreisbindung, den Verzicht auf die Mehrwertsteuer auf Bücher sowie den staatlichen Ankauf von Neuerscheinungen für öffentliche Bibliotheken.

Bundesweit Veranstaltungen

Neben dem Ehrengastauftritt auf der Buchmesse werde es 2019 überall in Deutschland Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Seminare und Lesungen geben, kündigte der Projektmanager Halldor Gudmundsson an. Überdies werde Norwegen auch "Country in Focus" auf dem European Film Market der 69. Internationalen Filmfestspiele in Berlin und Partnerland bei der Messe "jazzhead!" in Bremen sein. Einen besonderen Schwerpunkt lege das Programm auf die Zusammenarbeit mit Buchhändlern in Norwegen und Deutschland.

Nach den Worten von Buchmesse-Direktor Juergen Boos gab es im wesentlichen zwei Gründe, warum Norwegen nach Frankfurt eingeladen worden sei: Die vielen erfolgreichen Autoren aber auch die gemeinsamen demokratischen Werte. In dem skandinavischen Land mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern seien die Rede-, Meinungs- und Pressefreiheit fest verankert. Norwegen stehe für die Gleichheit der Geschlechter und sei Zufluchtsort für verfolgte Autorinnen und Autoren aus der ganzen Welt.

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