Entlassener Gedenkstättenleiter Knabe klagt gegen seine Kündigung

epd-bild/Christian Ditsch

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Dem früheren Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen sexuelle Belästigung von Frauen vorgegangen zu sein.

Der entlassene Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat Klage gegen seine Kündigung eingereicht. Diese sei beim Berliner Arbeitsgericht bereits am Dienstag eingereicht worden, sagte eine Gerichtsprecherin auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) am Donnerstag. Nach dem üblichen zeitlichem Ablauf sei ein erster Verhandlungstermin dazu etwa Anfang November zu erwarten.

Knabe habe in seiner Klage die Unwirksamkeit der Kündigung geltend gemacht, sagte die Gerichtssprecherin weiter. Die Klage richte sich gegen die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Bereits Freitag vergangener Woche habe zudem Knabes bisheriger Stellvertreter, Helmut Frauendorfer, ebenfalls Klage gegen seine Kündigung eingereicht.

"Politische Entscheidung"

Knabe wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch den Vize-Direktor Frauendorfer vorgegangen zu sein. Der Stiftungsrat, dessen Vorsitzender Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ist, hatte den langjährigen Direktor am 25. September deshalb einstimmig von seinen Aufgaben entbunden. Die Entlassung hatte zuletzt eine heftige Kontroverse ausgelöst und war als politische Entscheidung kritisiert worden.

Aus Protest gegen das Vorgehen des Stiftungsrates waren zuletzt drei weibliche Stiftungsbeiräte zurückgetreten. Sechs betroffene Frauen kritisierten dagegen "eine bedenkliche Schieflage" der Debatte, in der "das unangemessene und belästigende Verhalten von Vorgesetzten in der Gedenkstätte" weiterhin ausgeblendet werde.

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