Weniger Angriffe auf Muslime und Moscheen

epd-bild/Barbara Noack

Anschlag auf eine Moschee in Dresden im September 2016

Anschlag auf eine Moschee in Dresden im September 2016

Angriffe auf Muslime und Moscheen in Deutschland haben in der ersten Jahreshälfte deutlich abgenommen.

Insgesamt wurden bundesweit 320 antimuslimische Straftaten registriert, deutlich weniger als im ersten Halbjahr 2017, als es noch knapp 500 waren, wie aus Antworten der Bundesregierung auf mehrere Anfragen der Linken-Bundestagsfraktion hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegen. Zuerst hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) darüber berichtet. Es handelt sich um vorläufige Zahlen.

Demnach zählten die Behörden im ersten Halbjahr 25 Verletzte bei den Angriffen, im Vorjahreszeitraum waren es 18. Bei nahezu allen Straftaten sei davon auszugehen, dass die Täter Rechtsextremisten waren. Bei den meisten Taten handele es sich um Volksverhetzung, Nazi-Schmierereien, Drohbriefe und Beleidigungen sowie Sachbeschädigungen.

Festnahmen gibt es selten

Nach Angaben der Bundesregierung gab es im ersten Halbjahr 2018 rund 35 Kundgebungen gegen eine vermeintliche "Islamisierung Deutschlands". Die meisten wurden in Berlin abgehalten, die übrigen in Bayern mit einigen Dutzend bis zu 200 Teilnehmern. Eine NPD-Veranstaltung mit 17 Teilnehmern gegen einen Moscheebau habe es zudem Ende Februar im niedersächsischen Lüchow-Dannenberg gegeben.

Festnahmen wegen antimuslimischer und islamfeindlicher Straftaten gibt es indes selten: Im ersten Halbjahr 2018 wurde in dem Zusammenhang lediglich in Berlin zwei Tatverdächtige wegen politisch motivierter Straftaten festgenommen - einer wegen Beleidigung, einer wegen Körperverletzung.

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